Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/bcom-customer-service-center-germany-booking-com-will-in-berlin-massiv-stellen-abbauen-1811-138009.html    Veröffentlicht: 30.11.2018 15:22    Kurz-URL: https://glm.io/138009

Bcom Customer Service Center Germany

Booking.com will in Berlin massiv Stellen abbauen

Booking.com schließt eines seiner Berliner Call-Center und baut damit viele Arbeitsplätze ab. Der Buchungskonzern verlangt, dass für jede Minute per Code im Computer eingeben wird, was getan wurde.

Booking.com will in Berlin 345 von 816 Arbeitsplätzen abbauen. Das berichtet die Gewerkschaft Verdi. Eines der beiden Berliner Call-Center wird geschlossen, wie das Magazin Gründerszene und die niederländische Wirtschaftszeitung Het Financieele Dagblad gemeinsam recherchiert haben. "Es ist wahr, dass wir eines unserer Büros schließen", sagte Booking-Chefin Gillian Tans laut dem Bericht im November auf einem Kongress in Berlin.

Ein Booking.com-Sprecher sagte Golem.de auf Anfrage: "Booking.com legt zwei derzeit getrennte Kundendienstzentren in Berlin zu einem Standort zusammen. Wir beabsichtigen definitiv, den Betrieb und die Investitionen in Deutschland aufrechtzuerhalten."

Im DGB Forum Migration-online.de berichtete ein Betriebsrat bei Bcom Customer Service Center Germany in Berlin im August 2018: "In dem Berliner Call-Center, in dem ich Betriebsrat bin, arbeiten 1.000 Menschen mit 80 Nationalitäten, die 40 Sprachen sprechen. Über die Hälfte aller Beschäftigungsverhältnisse sind befristet."

Booking.com: Schon das Wort Betriebsrat soll tabu gewesen sein

Der Betriebsrat sei trotz großer Widerstände der direkten Vorgesetzten gegründet worden, die verhindern wollten, dass während der Arbeitszeit mit Kollegen gesprochen wird. "Schon das Wort Betriebsrat war tabu, von Gewerkschaft ganz zu schweigen. Die Kultur hat sich mittlerweile etwas verändert", berichtet der Betriebsrat. Trotzdem gebe es immer noch Probleme, wenn Beschäftigte zur Sprechstunde kommen wollen. Sie müssten für jede Minute per Code im Computer eingeben, was sie getan haben.

Der Buchungskonzern ist ein US-Unternehmen mit Hauptsitz in Amsterdam. Verdi kritisierte schon am 8. November 2018 den Abbau bei der Booking.com-Tochter Bcom Customer Service Center Germany: "Die angekündigten Stellenstreichungen werden laut Geschäftsführung durch das Auslaufen von befristeten Arbeitsverträgen vollzogen. Trotz Umsatzsteigerungen in Größenordnungen von 30 Prozent hält das Unternehmen an dieser Entscheidung fest." Bcom betreibt Kundenpflege und Beschwerdemanagement über eine Hotline.

Der Arbeitgeber habe alle Auskünfte an den Betriebsrat zu den Entscheidungen zum Abbau verweigert. Laut Verdi gibt es in dem Unternehmen Bcom Customer Service Center Germany keinen Tarifvertrag. Seit Jahren würden mehr als 40 Prozent der Beschäftigtenverhältnisse durch befristete Arbeitsverträge gehalten.  (asa)


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