Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/sicherheitsbedenken-neuseeland-sperrt-huawei-von-5g-aufbau-aus-1811-137984.html    Veröffentlicht: 29.11.2018 13:31    Kurz-URL: https://glm.io/137984

Sicherheitsbedenken

Neuseeland sperrt Huawei von 5G-Aufbau aus

Nach den USA und Australien verhängt auch Neuseeland einen Bann gegen den chinesischen Ausrüster Huawei. Allerdings betrifft dieser nicht alle Produkte des Unternehmens, sondern lediglich das schnelle Mobilfunknetz 5G.

Der neuseeländische Geheimdienst GCSB untersagt den Mobilfunkbetreibern des Landes die Nutzung von 5G-Produkten des chinesischen Herstellers Huawei. Das teilte der Telekommunikationsanbieter Spark am Mittwoch unter Berufung auf eine Entscheidung von GCSB-Direktor Andrew Hampton mit. Der Einsatz von Huawei-Produkten beim Aufbau des schnellen Mobilfunknetzes 5G stelle "erhebliche Risiken für die nationale Sicherheit" dar, hieß es zur Begründung.

Sowohl die USA als auch Australien hindern ihre Netzwerkbetreiber direkt oder indirekt daran, die Technik von chinesischen Ausrüstern wie Huawei einzusetzen, um die nächste Generation des Mobilfunknetzes aufzubauen und zu testen. Die Sicherheitsbelange konzentrieren sich offiziell auf das 2017 verabschiedete chinesische National Intelligence Law, das besagt, dass chinesische "Organisationen und Bürger gemäß dem Gesetz die nationale Geheimdienstarbeit unterstützen, zusammenarbeiten und daran mitarbeiten müssen".

Geheimdienst muss Technik prüfen

In Neuseeland bestimmt Medienberichten zufolge ein 2013 beschlossenes Telekommunikationsgesetz (TICSA), dass Betreiber wie Spark, Chorus, Vodafone oder 2degrees die von ihnen eingesetzte Technik von Sicherheitsbehörden überprüfen lassen müssen. Justizminister Andrew Little sagte dem New Zealand Herald, dass die Entscheidung lediglich "projektbasiert" getroffen worden und damit kein generelles Verbot von Huawei-Produkten in Neuseeland verbunden sei.

Spark wollte den Angaben zufolge die Huawei-Technik in seinen Funkzellen einsetzen, für das sogenannte 5G Radio Access Network (RAN). Die Details des Verbots seien dem Unternehmen noch nicht bekannt. Nach Angaben Littles kann Spark nun zusammen mit dem Geheimdienst überlegen, wie die Sicherheitsrisiken reduziert werden könnten. Huawei sprach in einer Stellungnahme von einem "laufenden Prozess". Das Unternehmen wolle alle Bedenken aktiv ansprechen und einen gemeinsamen Weg finden.

Bedenken auch in Deutschland

Auch in der deutschen Regierung wächst offenbar die Besorgnis gegenüber dem Einsatz von Huawei-Produkten. Medienberichten zufolge führten Ministeriumsvertreter deswegen Gespräche mit ihren Kollegen in den USA und Australien. "Wir weisen jede Vorstellung scharf zurück, dass wir eine Bedrohung für die nationale Sicherheit irgendeines Staates darstellen könnten", sagte hingegen ein Huawei-Sprecher.

Zuletzt hatte Huawei sogar zusammen mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ein Security Lab in Bonn eröffnet. Das Labor will eng mit deutschen Kunden, Partnern, Forschungseinrichtungen sowie Regierungs- und Aufsichtsbehörden zusammenarbeiten. BSI-Präsident Arne Schönbohm sagte: "Wir begrüßen die Eröffnung dieses Labors, das einen weiteren und tieferen technischen Austausch zwischen Huawei und dem BSI ermöglicht."  (fg)


Verwandte Artikel:
IT-Sicherheit: So unsicher sind die US-Wahlen   
(06.11.2018, https://glm.io/137529 )
Kaspersky, Palantir & Co.: BSI macht keine Sicherheitschecks bei Behördensoftware   
(28.11.2018, https://glm.io/137956 )
Beirat der Bundesnetzagentur: Wie es zur Einigung für die 5G-Auktion kam   
(27.11.2018, https://glm.io/137948 )
5G: Huawei wehrt sich gegen Vorwürfe aus Innenministerium   
(14.11.2018, https://glm.io/137723 )
Google Nachtsicht im Test: Starke Nachtaufnahmen mit dem Pixel   
(28.11.2018, https://glm.io/137871 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/