Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/smartphone-kaufberatung-viel-smartphone-fuer-wenig-geld-1811-137983.html    Veröffentlicht: 30.11.2018 12:01    Kurz-URL: https://glm.io/137983

Smartphone-Kaufberatung

Viel Smartphone für wenig Geld

Auch zum diesjährigen Weihnachtsfest verschenken sicher viele Menschen Smartphones - oder wünschen sich selbst eins. Der Markt ist so groß wie unüberschaubar. Wir haben 2018 viele getestet und geben Empfehlungen für Geräte unter 300 Euro.

Android-Smartphones gibt es in zahlreichen Ausführungen und zu unterschiedlichesten Preisen - zwischen 100 und über 1.000 Euro ist alles drin. Da die Übersicht zu behalten, ist nicht leicht. Golem.de hat in diesem Jahr zahlreiche Geräte getestet und festgestellt: Sogar für unter 300 Euro gibt es mittlerweile eine sehr anständige Geräteauswahl. Wer mehr ausgeben kann, bekommt zwar auch mehr, wie unsere Kaufübersichten für die Mittelklasse und Oberklasse zeigen. Doch selbst wer einen gewissen Anspruch hat und brauchbare Fotos und ein flüssiges System erwartet, wird schon unter 200 Euro fündig.

Eines der beiden günstigsten Smartphones, die wir empfehlen können, ist das Honor 9 Lite. Es kostet nur 190 Euro. Das Smartphone hat einen 5,65 Zoll großen Bildschirm, eine 13-Megapixel-Kamera mit zusätzlichem 2-Megapixel-Objektiv für Tiefenschärfeerfassung, eine duale Frontkamera, einem Fingerabdrucksensor und Huaweis Mittelklasse-SoC Kirin 659. Auch die Frontkamera verfügt über zwei Objektive, was nicht nur in dieser Preisklasse selten ist und Selbstporträts mit guter Hintergrundunschärfe möglich macht.

Ebenfalls 190 Euro kostet Xiaomis Mi A2 Lite, das problemlos über deutsche Internethändler zu bekommen ist. Die Ausstattung ähnelt der des Honor 9 Lite, der Speicher ist mit 64 GByte aber doppelt so groß. Außerdem wirkt das Smartphone mit seinem 5,84 Zoll großen Notch-Display und einem entsprechend schmalen Rahmen etwas moderner.

Beide Smartphones haben ausreichend Leistung für alltägliche Aufgaben, auch der ein oder andere Schnappschuss gelingt. Die Akkulaufzeit ist ausreichend: Die Geräte sind zuverlässige Begleiter über den Tag hinweg. Wer allerdings auch mal ein grafisch anspruchsvolleres Spiel spielen und nachts scharfe und artefaktarme Bilder machen möchte, der sollte bereit sein, etwas mehr Geld auszugeben. Im Einsteigerbereich lohnt hierbei besonders ein Blick auf vergangene Top-Modelle großer Hersteller.

Alte Top-Modelle und ein neuer, starker Konkurrent

Sowohl das Galaxy S7 von Samsung als auch das LG G6 sind in der kleinsten Speicherausstattung für mittlerweile nur noch 290 Euro zu haben. Besonders die Kamera des Galaxy S7 ist sehr gut, auch verglichen mit neueren Einsteigermodellen. Das G6 hat als eines der wenigen Smartphones im niedrigen Preisbereich eine Superweitwinkelkamera und einen HDR-fähigen Bildschirm. Auch die SoCs sind noch schnell genug, um auch anspruchsvollere Anwendungen ruckelfrei abzuspielen.

Das Galaxy S7 lohnt sich unserer Meinung nach von der Hardware auch mehr als die neueren Geräte aus Samsungs J- und A-Serie, besonders, was die Kamera und das sehr gute Display betrifft. Was Käufer jedoch beachten sollten: Ein älteres Smartphone bekommt wahrscheinlich keine aktuellen Android-Versionen mehr. Hier können etwas versiertere Nutzer zwar durchaus mit einem Custom ROM nachhelfen, manch einer kann und will das aber nicht.

Pocophone F1 ist eine interessante Alternative für 320 Euro

Wer im Einsteigerbereich bereit ist, 300 Euro auszugeben, sollte sich auch überlegen, sein Budget ein wenig zu überreizen. Grund dafür ist Xiaomi mit seinem neuen Pocophone F1: Die günstigste Version kostet in Blau aktuell 320 Euro, dafür bekommen Käufer ein Smartphone mit Top-Ausstattung. Im Inneren arbeitet etwa Qualcomms Snapdragon 845, der Arbeitsspeicher ist 6 GByte groß. Der interne Flash-Speicher hat eine Größe von 64 GByte, ein Steckplatz für Micro-SD-Karten ist vorhanden.

Das Display ist 6,18 Zoll groß und hat Full-HD-Auflösung. Die Dualkamera besteht aus einem 12-Megapixel-Hauptsensor und einem 5-Megapixel-Hilfssensor für die Tiefenschärfeerkennung - im Test hat das für gute Bilder gereicht. Das Pocophone bietet ansonsten zwar keine spannenden Extras wie drahtloses Laden oder ein ausgefallenes Kamerasystem, dieser Preis macht das Gerät aber derzeit unschlagbar.



Fazit und Übersichtstabelle

Den Herstellern ist offenbar nicht entgangen, dass nicht jeder Nutzer 1.000 Euro für ein Smartphone ausgeben will oder kann. Entsprechend gut ist die Auswahl im Einsteigerbereich mittlerweile: Schon für unter 200 Euro gibt es tolle Smartphones wie das Honor 9 Lite und das Xiaomi Mi A2 Lite.

Trotz Ausstattungsmerkmalen wie Full-HD-Displays und Dualkameras sollten Käufer preiswerter Smartphones aber bedenken, dass die Leistungsfähigkeit der Chips in dieser Preisklasse nicht der teurerer Geräte entspricht. Für alltägliche Aufgaben eignen sich die Smartphones sehr gut, bei aufwendigeren Apps wie beispielsweise Spielen kann die Leistung zu schwach sein.

Die älteren Topmodelle von Samsung und LG sind heute immer noch schnell genug, um auch anspruchsvolle Aufgaben erledigen zu können. Besonders das Galaxy S7 ist aufgrund seiner Kamera in dieser Preiskategorie interessant.

Das Pocophone F1 von Xiaomi liegt im Grenzbereich zwischen Einsteiger- und Mittelklasse und setzt die Hersteller der anderen preiswerten Geräte gehörig unter Druck. Wer um die 300 Euro ausgeben will, kommt um dieses Smartphone nicht herum.

Unklar ist, in wieweit die Hersteller dieser günstigeren Smartphones bereit sind, die Geräte auch längerfristig mit Updates zu versorgen. Die Situation hat sich insgesamt bei den meisten Herstellern im Laufe der letzten Jahre verbessert; die Update-Versorgung der teureren Modelle könnte für manchen Hersteller aber immer noch attraktiver sein, als die preiswerten Smartphones mit weniger Gewinnmarge zu versorgen.



In unserem nächsten Teil beschäftigen wir uns mit Smartphones der Mittelklasse, also im Preisbereich von 300 bis 600 Euro.  (tk)


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