Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/linkedin-daten-von-millionen-nicht-mitgliedern-fuer-facebook-werbung-1811-137898.html    Veröffentlicht: 25.11.2018 10:39    Kurz-URL: https://glm.io/137898

LinkedIn

Daten von Millionen Nicht-Mitgliedern für Facebook-Werbung

Datenschutzverstoß bei LinkedIn: Das Karrierenetzwerk hat 18 Millionen E-Mail-Adressen europäischer Nutzer für Facebook-Werbung verwendet. Das Pikante daran: Keine der E-Mail-Adressen stammt von LinkedIn-Mitgliedern.

Ohne Wissen der Betroffenen hat LinkedIn E-Mail-Adressen von Nicht-Mitgliedern im Zusammenspiel mit Werbeschaltungen auf Facebook verwendet. Das ergibt eine Untersuchung der irischen Datenschutzbehörde, wie die Irish Times berichtet. 18 Millionen E-Mail-Adressen europäischer Anwender seien dabei in den USA für Werbezwecke verwendet worden. Eine Erlaubnis der 18 Millionen Anwender lag dafür nicht vor.

Die Untersuchung ist die Folge einer Nutzerbeschwerde. Ein Anwender hatte sich bei der irischen Datenschutzbehörde beschwert, weil er von LinkedIn gezielte Werbung auf Facebook erhalten habe, obwohl er kein Mitglied bei LinkedIn sei. Die Behörde hat den Vorfall bei der EU-Niederlassung von LinkedIn untersucht, die sich in Irland befindet. Dabei kam heraus, dass 18 Millionen Anwendern das Gleiche widerfahren ist. In den USA soll LinkedIn gezielt Werbung auf Facebook geschaltet haben und dafür die 18 Millionen E-Mail-Adressen von Nicht-Mitgliedern genutzt haben. LinkedIn gehört mittlerweile zu Microsoft.

Für die Verarbeitung der entsprechenden Daten sei aber nicht LinkedIn USA, sondern LinkedIn in Irland verantwortlich gewesen. Der US-Bereich habe die betreffenden Daten verwendet, ohne dass eine entsprechende Genehmigung vorgelegen habe. Der Datensatz soll verschlüsselt an Facebook übertragen worden sein.

Weiterer Fall entdeckt

LinkedIn soll mehrere Maßnahmen ergriffen haben, um eine Wiederholung eines solchen Vorfalls zu verhindern. Zudem soll die Datenverarbeitung für Werbemaßnahmen auf Facebook eingestellt worden sein. Der Vorfall soll im Jahr 2017 passiert sein und ist Thema eines aktuellen Datenschutzberichts der irischen Datenschutzbehörde Data Protection Commissioner (DCP).

LinkeIn selbst betont, in dem Fall eng mit der irischen Datenschutzbehörde zusammengearbeitet zu haben. Dabei sei aufgefallen, dass Mechanismen und Regeln zum Schutz persönlicher Daten nicht eingehalten worden seien. Das Unternehmen bedaure den Vorfall. Im Zuge dessen sei ein weiterer, nicht näher beschriebener Fall bemerkt worden, für den der Datenschutz für Nichtmitglieder verbessert worden sei, verspricht LinkedIn. Die Änderung der entsprechenden Praktiken soll freiwillig erfolgt sein.  (ip)


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