Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/5g-huawei-eroeffnet-security-lab-in-bonn-1811-137768.html    Veröffentlicht: 16.11.2018 13:31    Kurz-URL: https://glm.io/137768

5G

Huawei eröffnet Security Lab in Bonn

Huawei hat gemeinsam mit dem Chef des BSI sein neues Security Lab in Bonn gestartet. Auch Quellcodeanalysen zu 5G sind dort grundsätzlich möglich.

Huawei Technologies hat zusammen mit dem Präsidenten des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Arne Schönbohm, offiziell sein Security Innovation Lab in Bonn eröffnet. Das gab der Telekommunikationsausrüster am 16. November 2018 bekannt. Zur Frage nach Quellcodeanalysen sagte ein Huawei-Sprecher Golem.de auf Anfrage: "Hauptziel des Labors ist es, die Cybersicherheitsrisiken zukünftiger Informations- und Kommunikationstechnologien zu minimieren und zur Zertifizierung und globalen Standardisierung im Sicherheitsbereich beizutragen. Alles, was zu diesem Ziel beiträgt, ist grundsätzlich möglich. Ein konkretes Arbeitsprogramm befindet sich allerdings erst in der Entwicklung."

Das Labor will eng mit deutschen Kunden, Partnern, Forschungseinrichtungen sowie Regierungs- und Aufsichtsbehörden zusammenarbeiten. Schönbohm sagte: "Wir begrüßen die Eröffnung dieses Labors, das einen weiteren und tieferen technischen Austausch zwischen Huawei und dem BSI ermöglicht."

Das Huawei Security Lab wird am bestehenden Standort von Huawei in Bonn angesiedelt. Nordrhein-Westfalens Wirtschafts- und Digitalminister Andreas Pinkwart (FDP) erklärte: "Mit den Standorten Düsseldorf und Bonn ist Huawei ein verlässlicher Partner Nordrhein-Westfalens."

Huawei ist Partner praktisch aller Netzbetreiber in Deutschland

Hintergrund ist auch die Debatte um Anschuldigungen hoher Beamter im Bundesinnenministerium und im Auswärtigen Amt, denen zufolge der Einsatz von Produkten des Unternehmens Sicherheitsrisiken für 5G-Netze beinhalte. Dies hätten Gespräche mit ihren Kollegen in den USA und Australien ergeben, die Besorgnis über vermeintliche Risiken des Einsatzes der Produkte des weltweit größten Telekommunikationsausrüsters geäußert hätten.

Die Sicherheitsbelange konzentrieren sich offiziell auf das 2017 verabschiedete chinesische National Intelligence Law, das besagt, dass chinesische "Organisationen und Bürger gemäß dem Gesetz die nationale Geheimdienstarbeit unterstützen, zusammenarbeiten und daran mitarbeiten müssen".

Huawei hatte darauf reagiert und erklärt: "Das chinesische Gesetz gibt der Regierung nicht die Befugnis, Telekommunikationsunternehmen zu zwingen, Hintertüren oder Abhörgeräte zu installieren oder sich an einem Verhalten zu beteiligen, das die Telekommunikationsanlagen anderer Länder gefährden könnte."

Huawei ist Partner von allen drei in Deutschland aktiven Mobilfunkbetreibern. Zudem rüstet das Unternehmen auch das Festnetz aus.  (asa)


Verwandte Artikel:
Mate 20 X: Huawei bringt Riesen-Smartphone nach Deutschland   
(19.11.2018, https://glm.io/137788 )
National Roaming: United-Internet-Chef Dommermuth resigniert bei 5G   
(19.11.2018, https://glm.io/137795 )
5G: Huawei wehrt sich gegen Vorwürfe aus Innenministerium   
(14.11.2018, https://glm.io/137723 )
Robot Operating System: Roboter sind unsicher und können übernommen werden   
(24.07.2018, https://glm.io/135655 )
BSI-Richtlinie: CCC und OpenWRT kritisieren Router-TR als "Farce"   
(19.11.2018, https://glm.io/137796 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/