Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/julia-kloeckner-landwirtschaftsministerin-draengt-auf-volle-5g-abdeckung-1811-137762.html    Veröffentlicht: 16.11.2018 10:52    Kurz-URL: https://glm.io/137762

Julia Klöckner

Landwirtschaftsministerin drängt auf volle 5G-Abdeckung

Julia Klöckner will weiße Flecken auf der Landkarte mit 5G schließen. Ein Experte bei Nokia hat dazu jedoch eine andere Meinung.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hat in der Debatte um den Ausbau des 5G-Mobilfunks ein flächendeckendes Angebot gefordert. "Es gibt zu viele weiße Flecken auf der Landkarte. Wir dürfen bei der Versorgung nicht nur die Haushalte im Blick haben, sondern müssen weiter gehen und den Anspruch auch für die Fläche haben", sagte Klöckner der Rheinischen Post. Das sei für die ländlichen Räume als Ganzes wichtig, für die Bewohner und auch für die digitalen Anwendungen zum Beispiel auf dem Acker oder der Forstwirtschaft im Wald.

Dagegen sagte Wolfgang Hackenberg, Geschäftsführer Nokia Deutschland am 14. November 2018, in der gegenwärtigen Debatte werde gefordert, dass mit 5G die Funklöcher auf dem Lande geschlossen werden. "Wir alle wissen, dass das nicht ganz so laufen wird."

Ein breites 5G-Netz in Deutschland bei 3,5 GHz würde laut Angaben der Telefónica pro Netzbetreiber 76 Milliarden Euro kosten und über 200.000 neue Mobilfunkstandorte in Deutschland erfordern. Andere Berechnungen gehen bei einem flächendeckenden Ausbau von rund 190.000 neuen Sites pro Betreiber und Kosten von unter 30 Milliarden Euro aus.

"Es ist gut, dass wir uns bei der Digitalklausur des Kabinetts darauf verständigt haben, dass die Kommission zur Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse sich damit beschäftigt, wie die verbleibenden nicht versorgten Haushalte und Flächen zügig angebunden werden", betonte Klöckner.

Mobilfunkgipfel behandelte LTE

Beim Mobilfunkgipfel sei die zeitnahe Abdeckung von 99 Prozent aller Haushalte zugesagt worden, sagte die Ministerin. Das bezog sich aber auf den LTE-Ausbau und der sollte bis Ende 2020 erfolgen. "Für die verbleibende Versorgungslücke der Haushalte und Fläche benötigen wir dann ein Förderprogramm, um das Leben und Arbeiten gleichwertig gestalten zu können", forderte Klöckner.  (asa)


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