Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/smartphone-kameras-im-vergleich-die-allrounder-in-der-hosentasche-1811-137714.html    Veröffentlicht: 15.11.2018 12:01    Kurz-URL: https://glm.io/137714

Smartphone-Kameras im Vergleich

Die Allrounder in der Hosentasche

Der Oktober 2018 hat viele neue Top-Smartphones hervorgebracht. Zeit für einen ausführlichen Kameratest der zahlreichen Geräte. Überrascht hat uns die Qualität des günstigsten getesteten Top-Smartphones - entsprechend haben wir dieses Mal auch einen Preis-Leistungs-Sieger.

Apple, Google, Huawei, Oneplus, Samsung - in den vergangenen Wochen haben zahlreiche Unternehmen neue Top-Smartphones vorgestellt. Jeder Hersteller hat bei der Präsentation seines Gerätes den Fokus stark auf die Kamera gelegt. Die Bandbreite an Kameravarianten ist dabei sehr groß: Von Einzelkameras bis hin zu Modulen mit drei Sensoren und Objektiven ist alles dabei.

In den jeweiligen Gerätetests haben wir uns die Kameras bereits angeschaut und sie beispielsweise dem Vorgänger und einem Mitbewerber gegenübergestellt. Interessant ist aber natürlich auch die Frage, wie sich die Geräte untereinander schlagen. Dafür haben wir uns das iPhone Xs Max, das Pixel 3 XL, das Mate 20 Pro, das Oneplus 6T und das Galaxy Note 9 ausgewählt und miteinander verglichen.

Als sechstes Gerät haben wir zudem das Galaxy A7 mit in den Test aufgenommen. Das Samsung-Smartphone ist kein Top-Modell und läuft daher ein wenig außerhalb der Konkurrenz; es ist aber Samsungs erstes Modell mit einer Dreifachkamera, die möglicherweise in kommenden Topgeräten verwendet wird - daher sind wir an den Bildergebnissen des Galaxy A7 ebenfalls interessiert. Als Referenz haben wir die Bilder aller Testgeräte zudem mit dem Gewinner unseres vorigen großen Kameratests verglichen - Huaweis P20 Pro.

Bei unseren Tageslichtaufnahmen war der Himmel bewölkt, nur gelegentlich kamen ein paar Sonnenstrahlen hindurch. Eine Häuserfront belichtet das Galaxy A7 bei diesem tristen Wetter sehr kontrastreich, mit ausgeglichenen hellen und dunklen Stellen sowie kräftigen Farben. Das Oneplus 6T macht ebenfalls ein sehr ausgewogen belichtetes Bild, dem allerdings etwas Kontrast fehlt. Das Mate 20 Pro und das iPhone Xs Max liegen bei der Belichtung recht nah beieinander und liefern eine gute Mischung aus Bilddynamik, Helligkeit und Kontrast ab. Das Galaxy Note 9 hingegen empfinden wir in dieser Situation als etwas zu dunkel, ebenso das Pixel 3 XL und - als voriger Testsieger - das P20 Pro.

Bei der Schärfe zeigen sich in der Detailvergrößerung mitunter deutliche Unterschiede bei unseren Testteilnehmern. Wie erwartet kann das Galaxy A7 nicht mit der Schärfe aller anderen Testteilnehmer mithalten - die drei Objektive erweitern zwar die Gestaltungsmöglichkeiten (dazu später mehr), die Qualität der Sensoren und der Optiken kann aber nicht mit der des deutlich teureren Galaxy Note 9 mithalten.

Solange die beiden Huawei-Geräte im 10-Megapixel-Modus laufen, ist das schärfste Gerät im Test das Oneplus 6T - was für uns angesichts der Testergebnisse von dessen Vorgängern doch etwas überraschend ist. Sowohl das Mate 20 Pro als auch das P20 Pro haben einen 40-Megapixel-Hauptsensor, der standardmäßig auf 10 Megapixel eingestellt ist. Dann werden jeweils vier Pixel zu einem zusammengefasst, was besonders beim Mate 20 Pro Vorteile bei der Bilddynamik und der Helligkeitsausbeute bringt, aber die Schärfe verringert.

Lassen wir das Mate 20 Pro (und das P20 Pro) mit 40 Megapixeln laufen, ist die Schärfe besser als beim Oneplus 6T, die Bilder des Oneplus-Gerätes sind aber besser belichtet. Im 10-Megapixel-Modus hingegen liegt das Mate 20 Pro von der Schärfe her im unteren Bereich unseres Testfeldes, dafür hat dieser Modus Vorzüge, die das Smartphone von den anderen Testteilnehmern abhebt - dazu später mehr.

Wie sich bereits in unserem Einzeltest des Mate 20 Pro gezeigt hat, ist die Kamera von Huaweis neuem Modell weniger scharf als die des P20 Pro aus dem Frühjahr 2018. Das könnte mit dem neuen Superweitwinkelobjektiv zusammenhängen, das das bisherige monochrome Zusatzobjektiv abgelöst hat. Möglicherweise hat der Monochromsensor mehr für die Bildschärfe gebracht als der neue Farbsensor es kann.

Oneplus 6T schärfer als iPhone und Note

Das iPhone Xs Max und das Galaxy Note 9 von Samsung können bei Tageslichtaufnahmen nicht mit der Schärfe des Oneplus 6T mithalten. Dabei ist das neue iPhone noch etwas unschärfer als das Galaxy Note 9 und zeigt deutlich mehr Artefakte. Die Schärfe des Oneplus 6T bedingt ebenfalls ein paar Artefakte, die allerdings nicht so stark wie die beim Xs Max sind. Das Pixel 3 XL liegt bei der Schärfe in etwa auf dem Niveau des iPhones.

Von den Smartphones im Test können das Mate 20 Pro sowie das Galaxy A7 von Samsung Aufnahmen mit sehr starkem Weitwinkel machen. Alle anderen Multikamera-Smartphones setzen auf zwei gleiche Brennweiten oder ein zusätzliches Teleobjektiv. Im Alltag finden wir persönlich ein Superweitwinkel häufig interessanter als ein Tele, etwa für Innenraumaufnahmen oder um einen interessant gefärbten Himmel eindrucksvoll in Szene zu setzen. Idealerweise hat das Smartphone natürlich beide Optionen, wie das Mate 20 Pro.

Das Galaxy A7 hat verglichen mit dem Huawei-Smartphone in etwa die gleiche Brennweite beim Superweitwinkel, auf den ersten Blick wirkt diese aber fast schon wie ein Fisheye. Das liegt an einer nur sehr geringen Verzerrungskorrektur: Die Superweitwinkelaufnahmen des Mate 20 Pro werden so weit entzerrt, dass der Weitwinkeleffekt noch merklich zu sehen ist, die Bilder aber keinen nennenswerten Fisheye-Effekt haben. Das passiert beim Galaxy A7 nicht. Manch einem mag der Türspion-Effekt gefallen, wir ziehen ein etwas entzerrtes Bild allerdings vor.

Das Mate 20 Pro, das iPhone Xs Max, das Galaxy Note 9 und der vorige Sieger P20 Pro haben Teleobjektive eingebaut, die je nach Modell eine zweifache oder dreifache optische Vergrößerung bieten. Das ist unserer Meinung nach besonders im Porträtmodus praktisch, da die Perspektive bei diesen Objektiven vorteilhafter für die Darstellung von Gesichtern ist. Beim Mate 20 Pro müssen wir wie beim P20 Pro wieder manuell den Dreifachzoom aktivieren, standardmäßig arbeitet der Porträtmodus des Gerätes mit dem Standardobjektiv, das weitwinkelig ist.

Alle Geräte in unserem Test verfügen über eine Porträtfunktion, die den Hintergrund unscharf maskiert und die porträtierte Person auf diese Weise freistellt. Generell ist die Qualität der Aufnahmen bei allen Smartphones gut, bei der Trennung zwischen scharfem Vordergrund und unscharfem Hintergrund fallen uns keine großen Fehler auf.

Pixel 3 XL braucht kein zweites Objektiv für gute Porträts

Gut gefällt uns die Aufnahme des Pixel 3 XL, das als einziges Gerät in unserem Test ohne zweites oder gar drittes Objektiv auskommt. Dennoch ist der Porträtmodus dank eines guten Algorithmus sehr gelungen, die Hintergrundunschärfe wirkt auf uns natürlich. Im Bereich der Haare des Porträtierten gibt es allerdings kleine Fehler, die bei den anderen Test-Smartphones nicht auftreten. Die Tiefeninformation, die dank eines zweiten Objektivs gewonnen wird, hilft in der Praxis bei solchen kleinen Details.

Ebenfalls eine schöne Unschärfe generiert das Galaxy A7. Beim Galaxy Note 9 wirkt der Hintergrund in einer unserer Testaufnahmen ungleichmäßig unscharf. Das iPhone Xs Max macht mitunter sehr kontrastarme Porträts, die eine zu ausgeglichene Bilddynamik haben - dadurch gehen beispielsweise farbliche Nuancen in den Haaren verloren. Zudem sind die Übergänge zwischen Vorder- und Hintergrund unscharf, was ein insgesamt sehr weiches Bild ergibt.

Das Mate 20 Pro bildet die tatsächlich vorhandene Lichtsituation realistisch ab - in unserem Beispiel war die rechte Seite des Bildes aufgrund der Fenster links im Bild tatsächlich merklich dunkler. Das Oneplus 6T gleicht hier wie das iPhone Xs Max stärker die Unterschiede in der Beleuchtung aus, allerdings nicht so extrem wie das iPhone. Insgesamt macht das neue Oneplus-Smartphone gute Porträts. Das Galaxy Note 9 bildet die Lichtsituation ebenfalls realistisch nach, belichtet in unserem Beispiel das Motiv aber über: Anstatt die helle Seite des Gesichts normal belichtet darzustellen und die dunkle Seite etwas "absaufen" zu lassen, wird die dunkle Seite aufgehellt - was zu einer überbelichteten hellen Seite führt.

Belichtungsoptimierungen im Porträtmodus

Einige der Smartphones in unserem Test erlauben es, die Belichtungssituation bei Porträtaufnahmen zu beeinflussen: das iPhone Xs Max und das Mate 20 Pro. In der alltäglichen Nutzung haben wir diese Optionen meistens nicht verwendet, und falls doch, dann nur als Spielerei. Sinnvoller finden wir es, beim Fotografieren selbst auf die tatsächlichen Lichtverhältnisse zu achten und diese in die Aufnahme einfließen zu lassen - die Ergebnisse einer derart bewusst gestalteten Aufnahme halten wir in der Regel immer für besser.

Nachtaufnahmen mit speziellen Aufnahmemodi

Bei Innenraumaufnahmen mit Kunstlicht schaffen es alle Testgeräte bis auf das Pixel 3 XL, den Weißabgleich korrekt einzustellen und ein halbwegs neutrales Weiß darzustellen. Das Pixel 3 XL macht in unseren Tests häufig zu warme Aufnahmen. Eines unserer Testszenarien zeigt, dass das Oneplus 6T tendenziell eher Aufnahmen mit satten Farben macht: Drei Ballons in den Farben Rot, Blau und Grün wirken wesentlich kräftiger als bei den anderen Testteilnehmern - und zu stark gesättigt, wenn man das Bild mit der Realität vergleicht. Im Alltag fällt uns die Sättigung ebenfalls auf, sie ist allerdings nicht so stark, als dass sie uns wirklich stört.

Bei Nachtaufnahmen zeigen sich die Grenzen des Galaxy A7: Das Smartphone liefert in unserem Testfeld das schlechteste Ergebnis. Das Smartphone schafft es nicht, dunkle und helle Bereiche des Bildes so anzugleichen, dass sich ein stimmiges Bild ergibt. Auch das iPhone Xs Max überzeugt uns in unserem Test im Vergleich mit der Konkurrenz nicht: Ein Ausgleich dunkler und heller Stellen findet kaum statt, das Bild ist insgesamt zu dunkel.

Das Galaxy Note 9 macht gut belichtete Nachtaufnahmen, verglichen mit dem Mate 20 Pro sind die Bilder in unseren Tests aber dunkler. Letzteres hat wie das P20 Pro einen Nachtmodus, der über mehrere Sekunden verschieden belichtete Aufnahmen macht und diese kombiniert. Dank künstlicher Intelligenz wird das Sucherbild während der Aufnahme ruhig gehalten, kleine Wackler gleicht das Smartphone aus.

Dadurch entsteht ein sehr scharfes und ausgeglichen belichtetes Bild, was manch einer aber möglicherweise von der Belichtung her als unrealistisch empfinden mag. Tatsächlich werden dunkle und helle Stellen stark angeglichen, der positive Nebeneffekt ist, dass auch sehr dunkle Situationen mit dem Nachmodus erfasst werden können.

Auch das Oneplus 6T hat einen Nachtmodus, der eine ähnliche Anpassung vornimmt. Bei der Aufnahme werden wie beim Mate 20 Pro mehrere Belichtungen gemacht und übereinandergelegt. Das Ergebnis ist ein Bild mit guter Schärfe, die hellen Stellen sehen in unseren Beispielen stellenweise aber merklich bearbeitet aus.

Warten auf Googles Nachtmodus

Das Pixel 3 XL macht auch ohne den von Google angekündigten Nachtmodus gute Aufnahmen, die allerdings besonders in den dunklen Bereichen nicht so gut aussehen wie die Bilder des Mate 20 Pro - und deutlich mehr rauschen. Sobald Google seinen Nachtmodus veröffentlicht hat, schauen wir uns die Nachtaufnahmen auf dem Pixel 3 XL noch einmal an.

KI-Funktion erleichtert die Nutzung

Das Mate 20 Pro ist das einzige aktuelle Gerät in unserem Testfeld, das bei einer abendlichen Aufnahme automatisch in den Nachtmodus umschaltet. Verschiedene Geräte in unserem Test erkennen zwar Bildszenen und passen verschiedene Parameter bei der Aufnahme an - wirklich einen Unterschied macht das aber eigentlich nur beim Mate 20 Pro aus. Wie das P20 Pro schaltet auch Huaweis neues Smartphone automatisch in verschiedene Aufnahmemodi um.

Damit geht das Smartphone über die bloße Optimierung von Bildeinstellungen wie Kontrast oder Sättigung hinaus. Auch diese Funktion bietet das Mate 20 Pro, die Verbesserungen sind auch etwas weniger übertrieben als beim P20 Pro. Interessant finden wir die als Master AI bezeichnete Funktion aber wegen der Modusumschaltung.

Halten wir das Mate 20 Pro beispielsweise auf eine Person, um ein Porträt zu machen, erkennt das Smartphone diese Situation und schaltet automatisch in den Porträtmodus. Bei allen anderen Geräten müssen wir selbst daran denken und dies manuell tun. Das Mate 20 Pro schaltet auch automatisch in den Nachtmodus oder in den Super-Makro-Modus, wenn wir sehr nah an ein Objekt herangehen.

Machen wir eine Aufnahme, auf der viel Himmel oder Landschaft zu sehen ist, blendet uns das Mate 20 Pro eine Schaltfläche ein, mit der wir direkt in den Superweitwinkelmodus wechseln können. Das können wir über den Zoom-Slider zwar generell tun, der Hinweis könnte manchen Nutzer aber daran erinnern, es bei einer lohnenswerten Aufnahme nicht zu vergessen.

Unserer Meinung nach bietet Master AI eine Reihe von Vorteilen, die die stellenweise etwas übertriebenen Bearbeitungen etwa bei blauem Himmel überwiegen, zumal diese beim Mate 20 Pro auch nicht mehr so übertrieben sind wie beim P20 Pro, sie lassen sich zudem im Einzelfall immer direkt wegklicken. Wer auf die automatischen Einstellungen verzichten will, kann Master AI einfach ausgestellt lassen - dann ist aber der unserer Meinung nach lohnenswerte Supermakromodus nicht verfügbar, der nur automatisch von der KI aktiviert werden kann.

4K in unterschiedlichen Ausführungen

Bis auf das Mittelklasse-Smartphone Galaxy A7 können alle Teilnehmer an unserem Test Videos in 4K aufnehmen. Das iPhone Xs Max, das Galaxy Note 9 und das Oneplus 6T können die hochauflösenden Videos mit bis zu 60 fps aufnehmen, beim Mate 20 Pro und Pixel 3 XL geht das nur bis 30 fps. Erfreulicherweise hat jetzt auch das Mate 20 Pro eine Videostabilisierung im 4K-Modus, das P20 Pro kann das nicht.

Die neuen Videomodi des Mate 20 Pro, mit denen wir beispielsweise Videos mit unscharf maskiertem Hintergrund oder farblich hervorgehobenen Personen aufnehmen können, stellen für uns keine Kaufentscheidung dar. Sie funktionieren in vielen Situationen nicht zuverlässig genug und sind für uns nicht mehr als eine Spielerei.

Fazit

Ein Kameratest von Top-Smartphones ist immer ein Vergleich auf sehr hohem Niveau. Gute Fotos machen alle Geräte in unserem Test, auch das Galaxy A7, das in der Mittelklasse angesiedelt ist und nur aufgrund der neuen Dreifachkamera in unseren Test aufgenommen wurde. Im detaillierteren Vergleich kann Samsungs erste Triple-Kamera allerdings nicht mit den Kameras der Top-Konkurrenz mithalten - auch nicht mit der des eigenen Galaxy Note 9. Eine Erkenntnis unseres Tests ist demnach, dass Samsung die Kamera sicherlich noch optimieren wird, bevor sie in einem seiner Oberklassegeräte zum Einsatz kommt.

Die restlichen Testteilnehmer, das Galaxy Note 9, das Pixel 3 XL, das iPhone Xs Max, das Oneplus 6T und das Mate 20 Pro, liegen in vielen Belangen sehr nah beieinander. Jede Smartphone-Kamera hat ihre Vorzüge und Nachteile, deren Abwägung entscheidend dafür ist, einen Testsieger zu ermitteln. Das Mate 20 Pro ist ein gutes Beispiel dafür: Das Smartphone macht im 40-Megapixel-Modus die schärfsten Bilder, die Belichtung ist dann aber nicht mehr so ausgewogen wie im 10-Megapixel-Modus. Das Pixel 3 XL hingegen macht gute Porträts, hat aber häufig Probleme mit dem Weißabgleich.

Zu einem guten Foto gehören neben der Schärfe auch zahlreiche andere Faktoren wie die Belichtung und Zusatzfunktionen für etwa einen guten Porträt- oder Nachtmodus. Hier liegt Huawei mit dem Mate 20 Pro wieder weit vorne: Dank der KI-Funktion, die automatisch zwischen dem Porträtmodus, dem einzigartigen Supermakromodus sowie dem erneut gut gelungenen Nachtmodus umschalten, bietet das Smartphone eine Variabilität in den Aufnahmemöglichkeiten, die zudem noch einfach zu nutzen ist. Ergänzt wird dies durch sowohl ein Tele- als auch ein Superweitwinkelobjektiv - was kein anderes Smartphone in unserem Test bietet.

Positiv überrascht hat uns das Oneplus 6T: Das Smartphone macht die schärfsten Bilder, sofern alle Testteilnehmer im Standardmodus genutzt werden (also im Falle des Mate 20 Pro im 10-Megapixel-Modus). Die Bilder sind gut belichtet, die Sättigung ist etwas stärker als bei den anderen Testteilnehmern, aber noch nicht zu stark. Dazu kommt ein Videomodus mit 4K bei 60 fps und ein Nachtmodus, der eine gewisse Optimierung bringt - allerdings sind die Nachtbilder des Mate 20 Pro immer noch unschlagbar gut. Hier bleibt abzuwarten, was Google mit dem Nachtmodus für seine Pixel-Geräte herausholen kann. Bei Nachtaufnahmen schneidet das iPhone am schlechtesten ab, die Bilder sind zu dunkel und wenig beeindruckend.

Das Pixel 3 XL und das iPhone Xs Max bewerten wir in unserem Testfeld als eher schwach - was lediglich bedeutet, dass die beiden Geräte weniger gute Fotos machen als das Oneplus 6T, das Mate 20 Pro und das Galaxy Note 9, aber nicht zwingenderweise schlechte Bilder. Die Schärfe ist geringer als beim Oneplus 6T und dem Galaxy Note 9, beim iPhone Xs Max empfinden wir die Bilder zudem häufiger als etwas flau. Das Pixel 3 XL hat zusätzlich stellenweise Probleme mit dem Weißabgleich, der für unseren Geschmack manchmal zu warm ist. Die neuen Funktionen des Smartphones, wie die automatische Auswahl von Fotos aus Serien, reichen uns nicht, um das Gerät weiter vorne zu platzieren.

Von der Variabilität ist das Mate 20 Pro in unserem Testfeld schwer zu schlagen - außer von der Konkurrenz aus dem eigenen Haus: Das im Frühjahr veröffentlichte P20 Pro hat zwar keinen Superweitwinkel, macht aber insgesamt die schärferen und etwas besser belichteten Bilder. Für uns bleibt daher eines der Smartphones mit der besten Kamera im Jahr 2018 weiterhin das P20 Pro - toll wäre allerdings, wenn Huawei die KI-Bildverbesserungen dort noch etwas "entschärfen" würde.

Beziehen wir den Preis der Geräte mit in unseren Test ein, haben wir mit dem Oneplus 6T einen eindeutigen Preis-Leistungs-Sieger. Das neue Oneplus-Smartphone hat zwar keine so umfangreichen KI-Funktionen wie das Mate 20 Pro, kein Teleobjektiv und kein Superweitwinkelobjektiv, macht aber erstaunlich gute Fotos. Die Schärfe überzeugt uns, ebenso die Belichtung und auch die Nacht- und Porträtaufnahmen. Für einen Preis ab 550 Euro gibt es kaum ein Smartphone mit besserer Kamera und einer derartigen Ausstattung wie das Oneplus 6T.

Wirkliche Ausreißer haben wir in unserem Test nicht beobachten können - und ehrlich gesagt auch nicht erwartet. Auch Ende 2018 zeigt sich, dass Kameras in Smartphones mittlerweile auf einem sehr hohen Niveau angekommen sind; Tests wie diese sind entsprechend "Meckern auf hohem Niveau". Als Kameras, die viele Nutzer einfach immer dabeihaben, haben die neuen Smartphones Kompaktkameras mittlerweile abgelöst - angesichts der Qualität, die unser Test zeigt, ist das auch absolut verständlich.  (tk)


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