Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/glasfaser-kommunale-netzbetreiber-gegen-unitymedia-uebernahme-1811-137693.html    Veröffentlicht: 13.11.2018 16:47    Kurz-URL: https://glm.io/137693

Glasfaser

Kommunale Netzbetreiber gegen Unitymedia-Übernahme

Lokale Netzbetreiber erwarten ein Ende des Wettbewerbs um Glasfaser, falls Vodafone Unitymedia kauft. Die Einspeiseentgelte von ARD und ZDF für die beiden seien Beweis für deren Marktmacht, sagte Wolfgang Heer vom Buglas.

Der Bundesverband Glasfaseranschluss (Buglas) hat Vertreter zur EU-Kommission gesandt, um die Übernahme von Unitymedia durch Vodafone zu verhindern. Das gab der Buglas, der rund 100 meist kommunale Netzbetreiber vertritt, am 13. November 2018 bekannt (PDF. Man habe dies am Montag bei der zuständigen Unit C5 - Mergers - Information, Communication and Media in Brüssel zum Ausdruck gebracht.

Das Übernahmevorhaben sei nicht genehmigungsfähig. Aufgrund der vermutlich vielfältigen Einschränkungen des Wettbewerbs, die die geplante Fusion hervorbringen würde, seien nachteilige Entwicklungen für Privat- und Geschäftskunden ebenso wahrscheinlich wie der Wegfall jeglicher ökonomischer Grundlage für den weiteren Glasfaserausbau bis mindestens in die Gebäude.

"Im Falle einer Genehmigung der Fusion würde ein Kabel-Gigant mit einer Marktabdeckung von rund 70 Prozent entstehen, der mit seiner weiter konzentrierten Marktmacht und Integration von klassischem Kabel-TV, Mobilfunk sowie Festnetztelefonie und Festnetzinternet die Wirtschaftlichkeit des überwiegend lokalen und regionalen Glasfaserausbaus bis mindestens in die Gebäude massiv beeinträchtigen, wenn nicht gar vollständig in Frage stellen würde", sagte Buglas-Geschäftsführer Wolfgang Heer.

Die Dominanz von Vodafone und Unitymedia auf dem TV-Markt zeige sich bereits heute darin, dass beide als einzige Marktunternehmen Einspeiseentgelte für die öffentlich-rechtlichen Sender haben durchsetzen können. Das fusionierte Unternehmen werde beim Erwerb von TV-Verbreitungsrechten, im Gestattungsmarkt zur Versorgung der Wohnungswirtschaft sowie in den Endkundenmärkten für Internet und Telefonie signifikant marktmächtig.

Vodafone kann Angebote bündeln

Zudem könne Vodafone mit seiner Mobilfunk-Infrastruktur auch Quadruple-Play-Bundles anbieten, die von kleineren Wettbewerbern nicht machbar seien, betonte Heer.

Vodafone hatte argumentiert, dass Kabelnetze sich großflächig schneller gigabitfähig machen ließen. Vodafone-Rechtsvorstand Christoph Clément sagte, dies sei gut für den Wettbewerb. Die Antwort der Deutschen Telekom auf beschleunigte Kabelnetze sei Vectoring gewesen. "Die Antwort auf gigabitschnelle Kabelnetze wird Glasfaser sein. Auch das ist gut für den Wettbewerb. Und vor allem gut für Deutschland."  (asa)


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