Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/dns-cloudflare-veroeffentlicht-dns-app-fuer-android-und-ios-1811-137657.html    Veröffentlicht: 12.11.2018 11:00    Kurz-URL: https://glm.io/137657

DNS

Cloudflare veröffentlicht DNS-App für Android und iOS

Um Nutzern die Einrichtung ihres DNS-Servers 1.1.1.1 zu erleichtern, hat Cloudflare eine gleichnamige App für Android und iOS auf den Markt gebracht. Dank der Anwendung müssen sich Nutzer um die Einrichtung nicht mehr kümmern, der Resolver soll schneller als der von Google und anderen Anbietern sein.

Im April 2018 gingen Cloudflares DNS-Server 1.1.1.1 und 1.0.0.1 online, die als DNS-Resolver genutzt werden können. Cloudflare zufolge sollen die Server Internetadressen schneller auflösen und so zu schnellerem Browsen führen.

Um den alternativen DNS-Server verwenden zu können, müssen Nutzer diesen auf ihren Geräten einstellen. Dies hat offensichtlich manchen Anwender überfordert, weshalb Cloudflare eine App für Mobilgeräte mit Android und iOS vorgestellt hat.

Mit Hilfe der App namens 1.1.1.1 können Anwender den alternativen DNS-Server auf ihrem Gerät einrichten lassen, ohne selbst in den Einstellungen Veränderungen vornehmen zu müssen. Im Oktober 2018 hatte Cloudflare bereits eine Betatestphase gestartet, nun ist die Anwendung im Play Store und in Apples App Store kostenlos erhältlich.

1.1.1.1 soll schnell sein

Cloudflare zufolge soll der 1.1.1.1-Server unter den DNS-Angeboten einer der schnellsten sein, wie eine Messung von DNSPerf zeigt. Der Dienst ist unter anderem schneller als Googles DNS-Resolver.

Generell stellt sich die Frage, ob Nutzer ihre über das Internet gesendeten Daten an ein unreguliertes Unternehmen, gerade aus Staaten wie den USA, übertragen sollten. DNS-Server speichern beispielsweise aufgerufene Domains inklusive Bestimmungs- und Herkunftsort, in diesem Fall den Client oder Provider des Clients. Auch Metadaten von Voice-over-IP-Diensten werden gespeichert. Sollte eine Drittpartei wie etwa der US-Geheimdienst NSA darauf Zugriff erhalten, kann das für viele Nutzer ein starkes Gegenargument sein.

Die Alternative wäre es, den DNS-Server des eigenen Internetproviders zu nutzen. Allerdings sind diese meist nicht sehr schnell. Leser berichten auch, dass einige Provider gar keinen eigenen DNS-Server mehr betreiben. Stattdessen leiten sie ihre Anfragen auf 8.8.8.8, den DNS-Server von Google - wo wir wieder bei US-amerikanischen Unternehmen wären.  (tk)


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