Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/mobilfunk-verbraucherschutz-chef-warnt-vor-hohen-5g-preisen-fuer-kunden-1811-137641.html    Veröffentlicht: 10.11.2018 16:13    Kurz-URL: https://glm.io/137641

Mobilfunk

Verbraucherschutz-Chef warnt vor hohen 5G-Preisen für Kunden

Auch mit 5G im Mobilfunk wird es aus Sicht von Verbraucherschützern weiter hohe Preise und Funklöcher geben. Dabei habe Deutschland großen Nachholbedarf.

Bei der geplanten 5G-Einführung warnt der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) vor einem Fiasko für Kunden. "Verbrauchern drohen weiterhin mangelhafte Qualität und hohe Preise", sagte Verbandschef Klaus Müller der Süddeutschen Zeitung. Dabei habe Deutschland auf dem Mobilfunkmarkt großen Nachholbedarf. "Wir rangieren bei der Qualität im unteren und beim Preis im oberen Drittel", sagte er, "das muss sich ändern."

Doch statt besserer Qualität droht den Nutzern laut Müller weiter Ärger mit Funklöchern. Bislang plant die Bundesnetzagentur Vorgaben für den Mobilfunkausbau, wonach die Netzbetreiber bis Ende 2022 mindestens 98 Prozent der Haushalte bundesweit mit mindestens 100 MBit/s versorgen müssen. "Was gut klingt, bedeutet in der Fläche allerdings nur ungefähr 70 Prozent Versorgung", warnt Müller. Damit sei klar, "die für Telekomfirmen wenig rentablen ländlichen Räume bleiben erneut auf der Strecke". Funklöcher und Verbraucherfrust seien programmiert. "Wir fordern deshalb von der Regierung, einzugreifen und eine Abdeckung der Fläche des Landes durchzusetzen", sagte Müller.

Die Bundesnetzagentur will am 26. November die Regeln für den neuen Standard festlegen; die Versteigerung erster Frequenzen soll im kommenden Jahr beginnen. Am Montag will die Behörde ihren finalen Vorschlag an ihren Beirat verschicken.

Grüne: Nationales Roaming nötig auf dem Lande

Margit Stumpp, Sprecherin für Medien und digitale Infrastruktur der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, erklärte Golem.de: In manchen ländlichen Regionen werde nicht einmal in der näheren Zukunft eine stabile Mobilfunkversorgung zu erwarten sein, da auch bei einer Quote von 99 Prozent der Bevölkerung an abgelegenen Höfen und Schienenstrecken Funklöcher übrig bleiben würden. "Das ist nicht akzeptabel. Insbesondere dann nicht, wenn man als zahlender Kunde in Sichtweite von bestehenden Mobilfunkmasten anderer Anbieter im Funkloch sitzt. Daseinsvorsorge auf dem Niveau der Wasser- und Energieversorgung hieße, dort wenigstens zu geringeren, aber akzeptablen Bandbreiten Empfang sicherzustellen", betonte Stumpp.

Sie begrüße, dass das Bundesverkehrsministerium ein regionales Roaming in unterversorgten Gebieten zumindest in Erwägung zieht.  (asa)


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