Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/spacex-falcon-9-soll-mini-raumschiff-testen-1811-137578.html    Veröffentlicht: 08.11.2018 08:04    Kurz-URL: https://glm.io/137578

SpaceX

Falcon 9 soll Mini-Raumschiff testen

Zur Vorbereitung auf den Bau des interplanetaren Raumschiffs BFS will SpaceX die Oberstufe einer Falcon 9 zu einem kleinen Raumschiff umbauen. So soll der Wiedereintritt in die Erdatmosphäre getestet werden.

Nach der Entwicklung der Falcon 9 und der Falcon Heavy ist der nächste große Plan von SpaceX das sogenannte Big Fucking Spaceship (BFS). Das BFS ist ein SpaceX- Raumschiff für Flüge zum Mars, zum Mond und um den Mond herum. Das Raumschiff stellt die zweite Stufe einer Rakete dar und soll in der Lage sein, den Wiedereintrit in die Erdatmosphäre zu überstehen und auf dem Boden zu landen.

Auf Twitter kündigte Unternehmenschef Elon Musk nun an, der Wiedereintritt eines solchen Raumschiffs solle im nächsten Jahr mit einer Falcon 9 getestet werden. Dazu soll die Oberstufe mit Hitzeschutzschilden und Steuerflächen ausgestattet werden, die auch beim BFS verwendet werden sollen. Eine Landung ist nach dem Wiedereintritt aber nicht geplant. Musk ist optimistisch, dass SpaceX schon jetzt genug Erfahrung mit diesem Manöver habe.

Das gilt nicht für den Wiedereintritt aus dem Erdorbit oder gar nach einem Flug um den Mond. Die Dragon-Frachter überstehen zwar den Eintritt in die Atmosphäre mit 28.000 km/h, aber die einfache Geometrie der Kapsel ist aerodynamisch wesentlich leichter zu beherrschen als ein komplexes Raumschiff mit aerodynamischen Flächen, die bei mehrfacher Überschallgeschwindigkeit funktionieren sollen. Das Testraumschiff, das Musk als Mini-BFS bezeichnete, soll die nötigen Daten für die Details der Konstruktion sammeln.

Es wird keine sanfte Landung geben

Bereits 2017 teilte SpaceX mit, dass das Verhalten der zweiten Stufe beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre künftig genauer gemessen und beobachtet werde. Davor wurde sie nach dem Abbremsmanöver sich selbst überlassen, bis sie ins Meer stürzte. Während von SpaceX bisher nichts vom Ausgang dieser Messkampagne zu hören war, scheint die Firma nun genug Daten gesammelt zu haben, um aus der Oberstufe einer Falcon 9 ein komplexeres Testmodell mit "ultra-leichten Hitzeschutzschilden" und Steuerflossen für den Wiedereintritt zu entwickeln.

Das Testmodell soll nötig sein, weil die notwendige Testumgebung für den Wiedereintritt nicht im Labor ohne echten Wiedereintritt aus dem Weltraum hergestellt werden kann. Auch Simulationen mit Computermodellen liefern bei den komplexen Vorgängen im Hyperschallbereich keine ausreichend zuverlässigen Ergebnisse, um die nötigen Daten für den Bau liefern. Der Flug ist derzeit für Juni 2019 vorgesehen, eine sanfte Landung für das Testraumschiff hingegen nicht. Das Merlin-Triebwerk der zweiten Stufe der Falcon 9, die für den Test umgebaut wird, hätte für eine sanfte Landung schlicht zu viel Schub.

Auch zu diesem Thema:  (fwp)


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