Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/cosmo-communicator-nachfolger-des-gemini-pda-erinnert-an-nokia-communicator-1811-137523.html    Veröffentlicht: 06.11.2018 10:12    Kurz-URL: https://glm.io/137523

Cosmo Communicator

Nachfolger des Gemini PDA erinnert an Nokia Communicator

Das Londoner Startup Planet Computer setzt weiter auf Tastaturgeräte und sammelt derzeit Geld für den Cosmo Communicator. Der Nachfolger des Gemini PDA soll sich besser direkt als Smartphone nutzen lassen. Das neue Modell erinnert stärker an Nokias Communicator als an die Psion-PDAs.

Der Gemini PDA wurde grundlegend überarbeitet und soll als Cosmo Communicator auf den Markt kommen. Während der Gemini PDA nur mit Komforteinbußen auch als Mobiltelefon genutzt werden kann, wird das beim Cosmo Communicator besser. Wer mit dem Gemini PDA telefonieren wollte, musste zu einem Headset greifen. Beim Nachfolger ist das nicht erforderlich, Nutzer können direkt damit telefonieren. Der Cosmo Communicator erinnert somit weniger an einen Psion-PDA, sondern an Nokias Communicator.

Der Cosmo Communicator soll das zweite Produkt des Londoner Startups Planet Computing werden. An dem Startup ist Martin Riddiford beteiligt. Er war der Designer der PDA-Modelle Psion 3 und 5. In den 1990er Jahren war Psion einer der führenden PDA-Hersteller. Das Besondere an den Psion-Geräten war das Gehäusedesign, das den Klappmechanismus eines Notebooks aufgreift - dadurch konnten die Geräte eine vergleichsweise große Tastatur erhalten.

Dieses Ziel wurde zunächst mit dem Gemini PDA verfolgt und wird auch beim Cosmo Communicator aufgegriffen. Es gibt eine überarbeitete Hardwaretastatur, die zum Vorschein kommt, sobald das Gerät aufgeklappt wird. Dann gibt es zudem einen großen Touchscreen im Querformat. Beim neuen Modell wird es als Verbesserung eine Hintergrundbeleuchtung für die Tasten geben, um diese auch bei dunkler Umgebung gut erkennen zu können.

Als weiteren Unterschied gibt es einen Touchscreen auf der Außenseite, der eine Bilddiagonale von 2 Zoll mit einer Auflösung von 570 x 240 Pixeln bietet. Darüber können Benachrichtigungen oder eingehende Anrufe eingesehen werden, ohne das Gerät aufklappen zu müssen. Im geschlossenen Zustand wird das Gerät dann zum Telefonieren ans Ohr gehalten und Nutzer sollen auch Anrufe tätigen können. Damit kann der Cosmo Communicator ähnlich wie ein Nokia Communicator genutzt werden.

Als weiteren Unterschied gibt es eine 24-Megapixel-Kamera auf der Unterseite, so dass sich damit Fotos und Videos aufnehmen lassen, ohne das Gerät aufklappen zu müssen. Im Unterschied zum Gemini PDA läuft der Cosmo Communicator mit Mediateks neuem Octa-Core-Prozessor P70, der mit einer Taktrate von bis zu 2,1 GHz läuft. Es gibt 6 GByte Arbeitsspeicher und 128 GByte Flash-Speicher sowie einen Steckplatz für Micro-SD-Karten.

Das Smartphone erhält einen 6 Zoll großen Touchscreen mit einer Auflösung von 2.160 x 1.080 Pixeln - also so wie beim Gemini PDA, der ursprünglich ein Display mit höherer Auflösung bekommen sollte. Wie beim Gemini PDA gibt es beim neuen Modell einen Akku mit 4.220 mAh.

Planet Computer will den Cosmo Communicator mit Android 9 alias Pie auf den Markt bringen. Zudem sollen sich Linux-Distributionen darauf installieren lassen und auch Sailfish OS kann darauf verwendet werden.

Projekt ist bereits finanziert

Innerhalb von vier Stunden hat Planet Computer das Finanzierungsziel in Höhe von 200.000 US-Dollar erreicht. Auf Indiegogo wird weiter Geld für das Projekt gesammelt. Für den Gemini PDA kamen am Ende knapp 2,5 Millionen US-Dollar zusammen. Der Cosmo Communicator hat bisher 450.000 US-Dollar von Unterstützern bekommen. Wer das Projekt unterstützt, soll einen Cosmo Communicator für 550 US-Dollar zuzüglich Versandgebühren erhalten. Der reguläre Preis für das Gerät wird 800 US-Dollar betragen.

Wenn nichts dazwischenkommt, soll das Gerät im Mai 2019 ausgeliefert werden. Der Gemini PDA wurde mit einer Verspätung von knapp einem halben Jahr an die Unterstützer geliefert. Der Gemini PDA mit deutschem Tastenlayout wird erst seit ein paar Tagen ausgeliefert. Wie bei allen Indiegogo-Projekten bleibt auch hier die Gefahr, dass das Gerät trotz erfolgreicher Finanzierung nicht realisiert wird.

 (ip)


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