Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/game-of-thrones-klage-gegen-donald-trump-naht-1811-137495.html    Veröffentlicht: 03.11.2018 10:15    Kurz-URL: https://glm.io/137495

Game of Thrones

Keine Klage gegen Donald Trump

US-Präsident Donald Trump hat Sanktionen gegen den Iran über Twitter angekündigt und dabei ziemlich offensichtlich Schriftart und Stil der Fernsehserie Game of Thrones genutzt. Der Sender HBO will dagegen nicht vorgehen.

Bereits viele Jahre vor seiner US-Präsidentschaft war Donald Trump bekannt für seine Medienwirksamkeit, jetzt stellt er sie erneut unter Beweis. Für seine Androhung von Sanktionen im Iran-Konflikt hat er sich am 2. November 2018 unter Umständen auf Twitter dem geistigen Eigentum von HBO bedient, Game of Thrones um genau zu sein.

Statt dem Leitsatz der Fantasyserie "Winter is coming" (Der Winter naht) heißt es dort "Sanctions are coming" (Sanktionen nahen), erweitert mit dem Datum 5. November. Während die Wortfolge an sich kaum ein Markenzeichen darstellt, ist es vor allem die visuelle Gestaltung, die für Aufsehen im Hause des US-Senders HBO sorgt. Die Worte sind in der gleichen Reihenfolge untereinander angeordnet und die O-Vokale mit Doppelstrichen verziert, sehr ähnlich dem Stil von Game of Thrones.

HBO hat seinerseits inzwischen auf Twitter reagiert: "How do you say trademark misuse in Dothraki?" (Wie sagt man Markenzeichen-Missbrauch auf Dothraki?). Damit deutete der Sender auf rechtliche Konsequenzen hin. Trumps Tweet wurde über sein privates Twitter-Konto abgesetzt, nicht über das amtliche des Präsidenten. Sollte es zu einer Klage kommen, würde also Trump selbst oder seine PR-Agentur deren Ziel sein. Dort dürfte es dann darum gehen, inwiefern die stilistische Anlehnung unter "fair use" rechtlich angemessen war, oder ob es sich um Missbrauch handelt.

In den Kommentaren des sozialen Netzwerks scheint der Tweet jedenfalls für die gewollte Aufmerksamkeit zu sorgen. Game-of-Thrones-Fans zeigen sich zum Teil empört über die Nachahmung und haben sie sofort bemerkt.

Nachtrag vom 5. November 6:58 Uhr

Der Fernsehsender HBO bestätigte CNBC inzwischen, dass keine rechtlichen Schritte folgten.  (mw)


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