Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/satya-nadella-microsoft-sieht-die-zukunft-von-rechenzentren-am-meeresgrund-1811-137487.html    Veröffentlicht: 02.11.2018 14:10    Kurz-URL: https://glm.io/137487

Satya Nadella

Microsoft sieht die Zukunft von Rechenzentren am Meeresgrund

Serverkapseln am Grunde des Ozeans: Microsoft sieht in Unterwasserrechenzentren sehr viel Potenzial. CEO Satya Nadella sieht dort sogar die Zukunft für die Cloud. Das habe viele Vorteile und spare Geld.

Microsoft-Chef Satya Nadella hat sich auf der Konferenz Future Decoded in London zur Zukunft der Unternehmensserver geäußert, berichtet das IT-Magazin Ars Technica: Es sei sinnvoll, Microsoft-Rechenzentren auf dem Grund der Ozeane aufzubauen. Die Cloud gehe unter Wasser, sagt Nadella auf der Keynote. Wie sich Microsoft das vorstellt, zeigt das Projekt Natick, welches das Unternehmen bereits testet. Dabei wird eine Unterwasserkapsel, in der sich ein Server befindet, ins Meer abgetaucht, Das bisherige Rechenzentrum besteht aus 864 Servern mit 27,6 PByte an Kapazität. Verbunden wird das System mit einem Unterwasserkabel.

Das Wasser kann der Server als natürliches Kühlsystem verwenden, was Energiekosten spart. Außerdem ist dadurch eine Nähe zu besiedelten Gegenden gegeben. Etwa die Hälfte der Weltbevölkerung lebe in einem Umkreis von 193 Kilometern zur Küste, heißt es. Dadurch seien relativ geringe Latenzzeiten zwischen dem Server und Usern gegeben. Das sei gerade für Streamingdienste sinnvoll, die von geringen Latenzen profitieren, etwa Game-Streaming wie Xcloud, das im Herbst 2018 vorgestellt wurde.

Ersparnisse scheinen sich zu rechnen

Nadella nannte als Vorteil auch die Baugeschwindigkeit, mit der Unterwasserpods fertiggestellt werden: Nur 90 Tage dauere die Montage, da kein Gebäude für die Server errichtet werden müsse. Sicherlich ist auch ein Vorteil, dass Microsoft sich nicht um die Kosten für das Grundstück sorgen braucht, ebenso wenig wie um die Kosten für eine Klimaanlage.

Ein offensichtlicher Nachteil besteht darin, dass zum Warten eines Servers entweder Systemadministratoren zu den Kapseln hinuntertauchen oder diese einzeln gehoben werden müssen. Die Kosten dafür sind sicherlich sehr hoch, rechtfertigen aber anscheinend die Einsparungen, die Microsoft an anderer Stelle macht. Ansonsten würde Satya Nadella diese Aussage nicht treffen.  (on)


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