Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/royole-flexpai-erstes-faltbares-smartphone-kommt-nicht-von-samsung-1811-137455.html    Veröffentlicht: 01.11.2018 11:40    Kurz-URL: https://glm.io/137455

Royole Flexpai

Erstes faltbares Smartphone kommt nicht von Samsung

Der chinesische Hersteller Royole, Spezialist für falt- und rollbare Displays, hat das weltweit erste kommerziell erhältliche Smartphone mit faltbarem Display vorgestellt. Das Flexpai hat ein 7,8 Zoll großes Display, das Gerät kann in der Mitte zusammengeklappt werden.

Nicht Samsung oder Huawei haben das weltweit erste kommerziell erhältliche Smartphone mit faltbarem Display vorgestellt, sondern der chinesische Displayhersteller Royole. Das Flexpai hat einen biegbaren OLED-Bildschirm, der in der Mitte zusammengeklappt werden kann. Die Faltstelle ist dabei kein echter Knick, stattdessen wird das Display an dieser Stelle stark gebogen - ein echtes Falten würde den Bildschirm zerstören.

Damit das nicht passiert, hat das Flexpai an der Faltstelle einen in mehrere Segmente aufgeteilten Gehäuserahmen. Dieser gibt die maximale Biegsamkeit vor und verhindert, dass der Bildschirm zu weit gefaltet wird.

Das Display hat eine Diagonale von 7,8 Zoll bei einer Auflösung von 1.920 x 1.440 Pixeln und einem Seitenverhältnis von 4:3. Im aufgeklappten Zustand ist das Flexpai also ein handliches Tablet. Faltet der Nutzer es zusammen, ist es ein Smartphone mit einem Display auf der Vorder- und auf der Rückseite.

Der Faltmechanismus hält laut Royole bis zu 200.000 Biegungen aus. Der Hersteller hatte auf der Ifa 2018 seine neue Generation an faltbaren Displays vorgestellt, die Golem.de im Hands on durch eine hohe Blickwinkelstabilität überzeugen konnten.

Die Kamera des Flexpai hat zwei Sensoren und ein normales Weitwinkel- sowie ein Superweitwinkelobjektiv. Je nachdem, wie der Nutzer das zusammengefaltete Flexpai hält, fungiert die Dualkamera entweder als Hauptkamera oder als Frontkamera für Selbstporträts.

Von der restlichen Ausstattung her ist das Flexpai ein Smartphone der Oberklasse: Als SoC kommt laut Datenblatt "Qualcomms Next-Gen-Snapdragon-8-Prozessor" zum Einsatz, genau benennt Royole das Modell nicht. Der Arbeitsspeicher ist 8 GByte groß, der eingebaute Flash-Speicher wahlweise 128 oder 256 GByte. Ein Steckplatz für Micro-SD-Karten ist ebenfalls eingebaut.

Das Flexpai unterstützt LTE und WLAN nach unbekanntem Standard. Ausgeliefert wird es mit Android 9 und der Benutzeroberfläche Water OS, die speziell auf die Nutzung des faltbaren Displays abgestimmt ist. Der Akku hat eine Nennladung von 3.800 mAh und lässt sich schnellladen.

Das Flexpai ist bereits bestellbar, Royole bezeichnet die erste Charge als Entwicklergerät. Die Version mit 128 GByte Flash-Speicher kostet umgerechnet knapp über 1.150 Euro, die 256-GByte-Variante umgerechnet 1.290 Euro. Die Auslieferung soll Ende Dezember 2018 beginnen.

Nachtrag vom 1. November 2018, 13:55 Uhr

Auf Nachfrage hat uns Royole mitgeteilt, dass das Flexpai zunächst nur mit chinesischen Netzanbietern als Smartphone nutzbar sein werde. Wann das Gerät nach Europa kommen soll, ist noch nicht bekannt.  (tk)


Verwandte Artikel:
Flexible Displays angeschaut: Royole verbessert Qualität seiner biegbaren Bildschirme   
(31.08.2018, https://glm.io/136317 )
Honor: Neues Magic 2 mit Slider und ohne Notch vorgestellt   
(31.10.2018, https://glm.io/137440 )
Flexibles Display: Samsungs faltbares Smartphone ist noch nicht fertig   
(10.09.2018, https://glm.io/136487 )
Magicscroll: Mobiles Gerät hat rollbares Display zum Herausziehen   
(03.09.2018, https://glm.io/136356 )
Nubia X: Smartphone im Oberklassebereich mit zwei Displays   
(31.10.2018, https://glm.io/137438 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/