Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/raumfahrt-chinesische-rakete-bei-testflug-erfolgreich-gelandet-1810-137377.html    Veröffentlicht: 29.10.2018 17:52    Kurz-URL: https://glm.io/137377

Raumfahrt

Chinesische Rakete bei Testflug erfolgreich gelandet

Raketen, die starten und wieder landen, kennt man längst von SpaceX. Aber auch in China wird an der Technologie gearbeitet. Aufnahmen des chinesischen Staatsunternehmens CASC zeigen bei einem Testflug eine erfolgreiche Landung.

Knapp drei Jahre nach den ersten senkrechten Landungen von Raketen in den USA werden in China große Fortschritte bei der Entwicklung ähnlicher Systeme gemacht. Das staatliche chinesische Unternehmen zu Forschung und Technologie der Luft- und Raumfahrt CASC veröffentlichte heute Aufnahmen von einem erfolgreichen Test der Landetechnologie, die für den Einsatz in der Changzheng-6X-Rakete (Langer-Marsch-6X) geplant ist.

Einzelheiten zu dem Test wurden nicht bekannt gemacht, aber Filmaufnahmen des Tests zeigten, wie die Rakete aus mehreren Hundert Metern Höhe kontrolliert abstieg, Landebeine ausklappte und landete. Dabei benutzte sie ihre Gitterflossen aber noch nicht zur Lagekontrolle. Laut einer früheren Pressemeldung ist der erste Flug einer vollständigen Orbitalrakete nach dem Muster allerdings erst für das Jahr 2021 geplant. Im Vergleich zur Changzheng-6 soll die neue Rakete die Startkosten für kleine Satelliten um rund 30 Prozent senken können.

Die Esa plant ähnliche Tests erst 2020

Testflüge einer ähnlichen Rakete namens Callisto für die europäische Raumfahrtagentur Esa sind erst im Jahr 2020 vorgesehen. Das Konzept soll frühestens 2025 in einer weiteren Testrakete names Themis umgesetzt werden, für die es aber keine klaren Pläne über eine Weiterentwicklung zu einer Orbitalrakete gibt.

Die Changzheng-6 ist die kleinste der neuen chinesischen Raketenfamilie, die während der ursprünglichen Planung der Schwerlastrakete Changzheng-5 entstand. Anders als ihre Vorgänger, die noch immer in Benutzung sind, verwenden sie in den ersten Stufen nicht die hochgiftige Treibstoffkombination von Monomethylhydrazin und Distickstofftetroxid, sondern Kerosin und Sauerstoff.

Die Entwicklung der Landetechnologie hat in China nicht nur wegen der potenziellen Einsparung eine besondere Dringlichkeit. Insbesondere bei Starts vom Weltraumbahnhof Xichang, im Landesinneren der Provinz Sichuan, stürzen Raketenstufen mit Resttreibstoff ungesteuert auf teilweise bewohnte Gegenden. Die Startplätze stammen noch aus Zeiten des Kalten Krieges, als sie von der chinesischen Regierung vor militärischen Invasionen der See- und Landgrenzen geschützt gebaut werden sollten.

 (fwp)


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