Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/tesla-fbi-untersucht-produktionszahlen-des-model-3-1810-137360.html    Veröffentlicht: 29.10.2018 07:27    Kurz-URL: https://glm.io/137360

Tesla

FBI untersucht Produktionszahlen des Model 3

Das FBI überprüft die Produktionszahlen von Teslas Model 3 als Teil einer laufenden Untersuchung wegen möglicher Irreführung von Investoren. Es geht darum, ob Firmenchef Elon Musk gewusst habe, dass die Produktionsziele so nicht möglich seien.

Ermittler des FBI überprüfen die von Tesla angegebenen Produktionszahlen des Model 3 bis zurück ins Jahr 2017. Das berichtete das Wall Street Journal (Paywall) unter Berufung auf anonyme Quellen.

Tesla hatte unabhängig davon mitgeteilt, dem Justizministerium Dokumente über den Privatisierungs-Tweet von CEO Elon Musk zur Verfügung gestellt zu haben. Im August hatte Musk via Twitter angekündigt, Tesla möglicherweise von der Börse zu nehmen. Jetzt teilte das Unternehmen mit, damals auch Informationen zu den öffentlichen Äußerungen Musks bezüglich der Produktionszahlen des Model 3 an das Ministerium übermittelt zu haben.

Tesla kämpft damit, die Produktion des Model 3 wie versprochen hochzufahren. Bundesagenten prüfen daher, ob das Unternehmen wissentlich Erklärungen über Produktionsziele abgab, die nicht möglich gewesen seien. Das hätte Investoren täuschen können.

Das Wall Street Journal berichtete weiter, dass FBI-Agenten ehemalige Tesla-Mitarbeiter kontaktiert und um eine Aussage gebeten hätten. Einige frühere Mitarbeiter seien vorgeladen worden. Laut Tesla gibt es keine Vorladung, keine Aufforderung zu Zeugenaussagen oder ein anderes formelles Verfahren.

Das Model 3 ist Teslas erstes Auto, das sich eine breitere Käuferschicht leisten können soll. Es sollte den Durchbruch für das Unternehmen bringen. Doch bislang verhindern Probleme in der Produktion, dass das Auto in ausreichend großer Zahl verfügbar ist. Bekannte Schwierigkeiten sind etwa der zu hohe angestrebte Automatisierungsgrad und die Produktion von Akkumodulen. Auch musste das System der Komponentenzuführung ersetzt werden.

Das Fahrzeug soll nach einer Analyse von Fahrzeugspezialisten Material- und Zulieferkosten von nur etwa 18.000 US-Dollar haben. Dazu kommen etwa 10.000 US-Dollar an Produktionskosten pro Auto. Wenn Tesla es schafft, das Fahrzeug in nennenswerten Stückzahlen zu bauen, könnte es einen erheblichen positiven Ergebnisbeitrag liefern. Tesla konnte im dritten Quartal einen Gewinn vorweisen.  (ad)


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