Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/quartalsbericht-amazon-verfehlt-die-umsatzprognosen-1810-137336.html    Veröffentlicht: 25.10.2018 22:53    Kurz-URL: https://glm.io/137336

Quartalsbericht

Amazon verfehlt die Umsatzprognosen

Amazon weist erneut einen hohen Gewinn aus. Doch der Konzern lag beim Umsatz unter den Prognosen der Analysten.

Amazon hat wieder eine hohe Profitabilität ausgewiesen. Wie der weltgrößte Onlinehändler am 25. Oktober 2018 nach Handelsschluss an der Börse in New York mitteilte, übertraf er beim Gewinn zum vierten Mal in Folge die Marke von 1 Milliarde US-Dollar. Der Konzern meldete jedoch schwache Umsatzzahlen.

Amazon erwirtschaftete einen Gewinn von 2,88 Milliarden US-Dollar (5,75 US-Dollar pro Aktie), nach 256 Millionen US-Dollar (52 Cent pro Aktie) vor einem Jahr. Der Umsatz stieg im dritten Quartal um fast 30 Prozent auf 56,58 Milliarden US-Dollar, blieb jedoch hinter der durchschnittlichen Analystenschätzung von 57,1 Milliarden US-Dollar zurück.

Für das laufende Quartal prognostizierte Amazon einen Umsatz zwischen 66,5 und 72,5 Milliarden US-Dollar, was unter der Prognose von 73,89 Milliarden US-Dollar liegt.

Die Aktie von Amazon fiel um 6 Prozent im nachbörslichen Handel.

Das Unternehmen ist ab dem vierten Quartal mit höheren Ausgaben konfrontiert, da der Mindestlohn für Lager- und Kundendienstmitarbeiter auf 15 US-Dollar angehoben wird. Analysten von Morgan Stanley rechnen damit, dass der Konzern im nächsten Jahr 3 Milliarden US-Dollar mehr für Löhne bezahlen muss. Außerdem sieht sich Amazon mit höheren US-amerikanischen Postgebühren konfrontiert, weil die Behörde die Preise erhöht hat.

Der neue Mindestlohn soll am 1. November in Kraft treten. Er betrifft mehr als 250.000 Beschäftigte und 100.000 Saisonarbeiter. Der Mindestlohn liegt in den USA derzeit bei 7,25 US-Dollar pro Stunde.

Mit der Anhebung des Mindestlohns in den USA und Großbritannien schafft Amazon die Aktienoptionen und monatliche Prämienzahlungen ab. Wie die Gewerkschaft GMB (General Municipal Boilermakers and Allied Trade Union) berichtet, büßen Beschäftigte damit einen großen Teil der Lohnerhöhung wieder ein.  (asa)


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