Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/retrogaming-skurriles-konsolenprojekt-intellivision-amico-vorgestellt-1810-137265.html    Veröffentlicht: 23.10.2018 11:55    Kurz-URL: https://glm.io/137265

Retrogaming

Skurriles Konsolenprojekt Intellivision Amico vorgestellt

Am 10. Oktober 2020 soll unter dem Namen Intellivision Amico eine Retrokonsole mit Neuauflagen von Astrosmash und Tron Deadly Discs erscheinen. Das Gerät soll familienfreundliche Unterhaltung und einen leistungsstarken 2D-Grafikprozessor bieten.

Seit ein paar Monaten versucht der Gamedesigner, Komponist und Musiker Tommy Tallarico, als Chef der Firma Intellivision Entertainment die Spieleszene in freudige Erregung über sein nächstes Projekt zu versetzen. Jetzt hat er Details darüber bekanntgegeben. Das Gerät trägt den Namen Intellivision Amico, es soll am 10. Oktober 2020 erscheinen. Während das mehr oder weniger lustige Datum offenbar schon feststeht, gibt's beim Preis noch Spielraum: Er soll zwischen 150 und 180 US-Dollar betragen.

Das Gerät soll über einen nicht näher spezifizierten 2D-Grafikprozessor verfügen. Angaben zum verbauten Speicher oder zu ähnlichen Details liegen bislang keine vor. Onlinefunktionen sollen über WLAN und Ethernet möglich sein, dazu kommen mehrere USB-Anschlüsse und ein HDMI-Ausgang - zu all diesen Firmenangaben gibt es ebenfalls keine weiteren Informationen.

Dem Gerät werden zwei Eingabegeräte beiliegen, die jeweils mit einem 3,5 Zoll großen Farbtouchscreen ausgestattet sind. Insgesamt sollen pro Konsole acht dieser Controller per Bluetooth verbunden werden können, die dank eingebautem Gyroskope und Accelerometer sowie dank Force-Feedback-Technologie auch Bewegungssteuerung erlauben sowie über ein Mikrofon und einen Lautsprecher verfügen.

Im Onlineshop können Spieler weitere Games kaufen können, die anvisierten Preise liegen zwischen rund 3 und 8 US-Dollar. Das Unternehmen legt Wert darauf, dass es für die Titel keine Downloaderweiterungen und keine Ingame-Inhalte geben wird - das Ganze solle möglichst fair und transparent sein. Neben Neuauflagen von Intellivision-Titeln wie Astrosmash, Night Stalker, Cloudy Mountain - Crown of Kings und Horse Racing soll es auch überarbeitete Klassiker wie Pong, Asteroids und Lunar Lander geben. Welche Spiele vorinstalliert sind und welche separat gekauft werden müssen, ist noch unklar.

In seiner Pressemitteilung ist Intellivision Entertainment bemüht, einen sehr seriösen Eindruck zu machen. So weist das Unternehmen darauf hin, dass es nach Nintendo, Sony und Microsoft erst der vierte Konsolenhersteller ist, der dem US-Branchenverband Esa beigetreten ist.

Außerdem führt es eine lange Liste mit internen und externen Beratern auf, die in der breiten Öffentlichkeit zwar unbekannt sind, aber in ihrem Lebenslauf unter anderem Firmen wie Nintendo, die Nasa und Interplay aufführen. Der in der Community bekannte, aber umstrittene Analyst Michael Pachter sagt dem Gerät laut Pressemitteilung einen "riesigen Erfolg" voraus.

Dennoch dürfte mehr als fraglich sein, ob die Intellivision Amico tatsächlich auf den Markt kommt - und falls ja, ob das Gerät auf größeres Interesse stößt. Immerhin dürfte im anvisierten Erscheinungszeitraum der Hype um die Nachfolger der Playstation 4 und der Xbox One voll entbrannt sein, möglicherweise erscheinen die Konsolen sogar gegen Ende 2020.

Der Markenname Intellivision stammt von der Konsole, die der Spielzeughersteller Mattel 1979 auf den Markt brachte. Anfangs war das Gerät ein großer Erfolg. Das lag unter anderem daran, dass die 16-Bit-Hardware dem wichtigsten Konkurrenten, dem Atari 2600, technisch überlegen war. Nach starken Verkäufen wurde die Lage für Intellivision ab 1982 allerdings rasch wieder schwieriger, vor allem durch eine verfehlte Geschäftspolitik und neue Konkurrenzsysteme wie den Atari 5200 und den Heimcomputer Commodore C64.

Statt in die Plattform zu investieren, reagierte Mattel mit Entlassungen und dem Streichen von Nachfolgegeräten, um sich wieder auf das klassische Spielzeuggeschäft zu fokussieren. 1984 verkaufte der Konzern die Rechte an Intellivision dann an eine kleine Firma, die vor allem mit der Vermarktung der Restbestände noch etwas Geld verdiente. Nun sind die verbliebenen Markenrechte offenbar bei Tallarico gelandet.  (ps)


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