Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/fertigungsprozess-intel-soll-10-nm-node-eingestampft-haben-1810-137250.html    Veröffentlicht: 22.10.2018 17:42    Kurz-URL: https://glm.io/137250

Fertigungsprozess

Intel soll 10-nm-Node eingestampft haben

Abseits eines einzelnen Prozessors aus der Cannon-Lake-Serie hat Intel bisher keine 10-nm-Chips vorzuweisen. Das soll auch so bleiben: Angeblich hat der Hersteller die erfolglose Fertigung komplett eingestellt und wechselt direkt auf 7 nm samt extrem ultravioletter Strahlung.

10 nm sind tot - zumindest bei Intel und wenn die Quellen von Semi Accurate tatsächlich Recht haben. Seit einem dreiviertel Jahr hat es Intel nicht geschafft, mehr als ein paar Core i3-8121U, einen kleinen Dualcore ohne Grafik, auszuliefern und erst kürzlich die Verfügbarkeit der nächsten Generation namens Ice Lake mit 10 nm zum Weihnachtsgeschäft 2019 in Aussicht gestellt.

Unsere Schlussfolgerung war schon im April 2018, dass Intel die 10 nm einfach nicht hinkriegt. Auf einigen Roadmaps taucht zudem Ice Lake nicht mehr auf, was ebenfalls dafür spricht, dass Intel den Node - also 10 nm und 10+ nm - komplett verworfen hat. Die aktuelle Maßnahme ist die Investition in vorhandene Technik, denn nach Broadwell, Skylake, Kaby Lake, Kaby Lake Refresh und Whiskey Lake plant Intel mit Comet Lake für Ultrabooks eine weitere 14-nm-Generation. Und im Desktop-Segment ist der neue Core i9-9900K (Test) so schlecht erhältlich, dass er mit 700 Euro mehr als das Doppelte des Ryzen 7 2700X kostet.

Offenbar schwenkt Intel direkt auf 7 nm und extrem ultraviolette Strahlung um, die passenden EUV-Maschinen hat der Hersteller nach Hörensagen bisher in überraschend hoher Stückzahl gekauft. Sicherlich werden Ideen von 10 nm in 7 nm einfließen, da Intel hier mit beispielsweise Contact Over Active Gate für die Transistoren einen sehr aggressiven Ansatz gewählt hatte. Mit extrem ultravioletter Strahlung statt klassischer Immersionslithographie sind weniger Masken und Arbeitsschritte notwendig, was das Verfahren zumindest prinzipiell leichter zu handhaben macht.

Noch in dieser Woche, am 25. Oktober 2018, wird Intel die Geschäftszahlen des dritten Quartals veröffentlichen. Bei der Besprechung dieser dürfte der Hersteller nicht umhinkommen, sich gegenüber den Aktionären zur Meldung des angeblich eingestampften 10-nm-Nodes zu äußern. Ein Statement konnte Intel uns bisher nicht zukommen lassen.

Nachtrag vom 22. Oktober 2018, 20:04 Uhr

Intel hat per Twitter dem Bericht von Semi Accurate widersprochen: Er sei nicht wahr und im Gegenteil würde Intel weiter Fortschritte bei der 10-nm-Chipausbeute machen. Der Zeitplan soll gehalten werden.  (ms)


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