Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/entwicklerkonferenz-github-bringt-serverseitige-automatisierung-im-container-1810-137156.html    Veröffentlicht: 17.10.2018 09:55    Kurz-URL: https://glm.io/137156

Entwicklerkonferenz

Github bringt serverseitige Automatisierung im Container

Auf seiner Entwicklerkonferenz Universe hat Github eine Funktion zur Automatisierung von Entwicklungs-Workflows, basierend auf Docker-Containern, vorgestellt. Die Funktionalität erinnert an Git Hooks, hat allerdings einen deutlich größeren Funktionsumfang.

Nicht weniger als die größte Neuerung seit Einführung des Pull Requests versprach Kyle Daigle, bei Github Director of Ecosystem Engineering, auf der Entwicklerkonferenz Universe. Die neue Funktion hört auf den Namen Actions und ähnelt im Kern den bekannten Git Hooks: Gekoppelt an bestimmte Git-Ereignisse, zum Beispiel einen Commit oder Push, können beliebige Skripte ausgeführt werden.

Git Hooks sind bei Github allerdings nur auf der Clientseite möglich. Mit den neuen Actions können nun auch Aktionen auf der Serverseite ausgelöst werden. Außerdem wird zukünftig für jede dieser Aktionen ein eigener Docker-Container auf den Github-Servern gestartet, der vom Nutzer frei konfiguriert werden kann.

Intuitive, grafische Benutzeroberfläche hilft beim Konfigurieren der Actions

Im Gegensatz zu Git Hooks kann der Nutzer aus einer größeren Menge (rund 30 Stück) von auslösenden Events auswählen. Darunter sind nicht nur elementare Git-Ereignisse, sondern auch Github-spezifische Events (Kommentare, Pull Requests, Issues und vieles mehr). Das Aufsetzen und Konfigurieren von Actions hat Github außerdem mit einer sehr übersichtlichen, grafischen Benutzeroberfläche verknüpft.

Unter dem Menüpunkt Actions können Nutzer künftig aus beliebten, vorgefertigten Actions auswählen oder selbst Docker-Container konfigurieren, diese mehrstufig und parallel miteinander verknüpfen und anschließend auch wieder mit anderen Nutzern teilen. Alternativ kann ein solcher Workflow auch über eine eigene, JSON-basierte Sprache namens HCL definiert werden.

Die Anwendungsmöglichkeiten dieser serverseitigen Aktionen sind groß: Zentrale Einhaltung von Coding-Style-Richtlinien oder Vorgaben zur Test-Abdeckung, Ausführung von Tests oder das Abarbeiten von Deployment-Pipelines sind denkbar. Als Extrembeispiel demonstrierte Github auf der Bühne das gleichzeitige Deployment einer Anwendung zu fünf gängigen Cloud-Hosting-Anbietern. Viele dieser Maßnahmen wurden bisher von externen Diensten übernommen, die über den Github Marketplace angebunden werden konnten. Mit der Neuvorstellung gräbt Github also auch einigen seiner Partner potenzielle Kunden ab.

Die GitHub Actions starten zunächst in einer öffentlichen Beta-Phase. Während der Beta-Phase sind Actions nur in privaten Repositories und damit nur für zahlende Kunden verfügbar. In einigen Monaten soll das Feature dann für alle Nutzer, auch in kostenlosen Accounts und für Github-Enterprise-Nutzer ausgerollt werden. Unklar ist momentan noch, ob und wie Github den Funktionsumfang der Container einschränken wird, zum Beispiel in Bezug auf die Leistung, die Anzahl und die Ports der einzelnen Container.

Disclaimer: Golem.de hat auf Einladung von Github an der Universe-Konferenz in San Francisco teilgenommen. Die Reisekosten wurden zur Gänze von Github übernommen. Unsere Berichterstattung wird davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben seitens Dritter.  (mos)


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