Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/software-analyse-bpftrace-soll-dtrace-nachfolger-fuer-linux-werden-1810-137039.html    Veröffentlicht: 10.10.2018 12:35    Kurz-URL: https://glm.io/137039

Software-Analyse

Bpftrace soll Dtrace-Nachfolger für Linux werden

Das Analysewerkzeug Dtrace steht mittlerweile unter der GPL und könnte in den Linux-Kernel wandern. Mit Bpftrace steht nun aber eine Alternative bereit, die auf aktueller Kernel-Technik aufbaut und als Nachfolger für Dtrace bezeichnet wird.

Anfang dieses Jahres ist bekanntgeworden, dass das ursprünglich von Sun erstellte Analysewerkzeug Dtrace - dank einer Lizenzänderung durch den Inhaber Oracle - auch auf Linux kommen könnte. Doch als wahrscheinlich galt das schon damals nicht. Der langjährige ehemalige Sun- und Oracle-Angestellte Brendan Gregg, der nun bei Netflix arbeitet, weist in seinem Blog auf die Veröffentlichung von Bpftrace hin, das er als "Dtrace 2.0" bezeichnet.

Die nun verfügbare Anwendung Bpftrace beschreibt Gregg als eine Art besseren Nachfolger für Dtrace. Die neue Software habe nicht nur mehr Fähigkeiten als Dtrace, sondern sei mit Blick auf moderne Techniken wie die eBPF-VM außerdem von Grund auf neu gebaut worden. Bei eBPF handelt es sich um eine mittlerweile fast universell einsetzbare virtuelle Maschine (VM) im Linux-Kernel selbst, die aus dem Berkeley Packet Filter (BPF) hervorgegangen ist.

Die Arbeit an eBPF und darauf aufbauenden Techniken geschieht schon seit einigen Jahren, auch unter Mitwirkung des Entwicklers Gregg. Zusätzlich zu der VM entsteht etwa die BPF-Compiler-Sammlung (BCC) mit dazugehörigen Laufzeitbibliotheken, die es unter anderem ermöglichen soll, Dtrace-Werkzeuge zu portieren. Bpftrace sei eine "komplementäre Erweiterung" dazu, die "eine Hochsprache für Ein-Zeiler und kurze Skripte anbietet".

Bpftrace sei so weit fortgeschritten, dass sämtliche der Dtrace-Ein-Zeiler von Gregg nun auch mit der neuen Anwendung funktionieren, was der Entwickler als "Meilenstein" bezeichnet. Gregg zählt in seinem Blog darüber hinaus noch einige weitere Funktionen auf, die das an Bpftrace beteiligte Team noch umsetzen möchte, sowie zahlreiche weitere Details zu der Technik.  (sg)


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