Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/java-microsoft-legt-teile-von-minecraft-code-offen-1810-136990.html    Veröffentlicht: 08.10.2018 12:20    Kurz-URL: https://glm.io/136990

Java

Microsoft legt Teile von Minecraft-Code offen

Das Entwicklerteam des zu Microsoft gehörenden Studios Mojang hat Teile des Codes von Minecraft als Open Source veröffentlicht. Weitere Teile sollen folgen, darunter auch die neue 3D-Rendering-Engine.

Als Microsoft vor vier Jahren das Entwicklerstudio Mojang mit dessen Spiel Minecraft übernommen hat, war nicht ganz klar, was das Unternehmen mit der Übernahme vorhat. Inzwischen hat sich Minecraft zum Teil im Markt für Schulen und als Bildungsangebot für Kinder etabliert, die einen Einstieg in das Programmieren bekommen sollen. Nun folgt die Offenlegung einiger Code-Teile von Minecraft, damit auch gestandene Entwickler diesen verbessern können.

Laut der Ankündigung sollen zunächst eigenständige Bibliotheken der Game-Engine von Minecraft als Open Source zur Verfügung stehen. Den Anfang macht Brigadier, die Command-Engine des Spiels. Brigadier sorgt für die Verarbeitung von Textkommandos in Minecraft, die bisher aber nur von wenigen Spielern benutzt werden. Das Team hofft, dass die Offenlegung dabei hilft, die Nutzungsrate der Textkommandos zu erhöhen. Die Community könnte die Einstiegshürde zur Nutzung verringern, hofft das Team.

Eine zweite Bibliothek, die das Team offenlegt, trägt den sperrigen Namen Data Fixer Upper. Dabei handelt es sich um Code, der dazu genutzt wird, die Spieledaten so zu konvertieren, dass diese mit verschiedenen Versionen des Spiels genutzt werden können. Diese Aufgabe der Datentransformation ist vergleichsweise kompliziert, werde laut Ankündigung wohl aber von jeder Game-Engine in der einen oder anderen Art und Weise umgesetzt und kann nun also auch von Dritten genutzt werden.

Zusätzlich zu den zwei nun verfügbaren Bibliotheken sollen künftig weitere Java-Bibliotheken der Game-Engine von Minecraft veröffentlicht werden. Dazu könnte auch die neue Rendering-Engine Blaze3D gehören, wie das Team versichert. Der Code steht auf Github unter der MIT-Lizenz zur Verfügung.  (sg)


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