Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/datenschutz-kaffee-gegen-daten-1810-136918.html    Veröffentlicht: 02.10.2018 18:24    Kurz-URL: https://glm.io/136918

Shiru Cafe

Heißgetränk gegen Daten

Studenten bezahlen im Shiru Cafe nicht mit Geld, sondern mit ihren persönlichen Daten. Dafür bekommen sie Kaffee und Werbung. Filialen gibt es in Japan, Indien und den USA.

Im Shiru Cafe müssen nur die Backwaren bezahlt werden. Heißgetränke gibt es für Studenten kostenlos - zumindest auf den ersten Blick. Sie müssen sich registrieren und können ihren Kaffee oder Tee über die Webseite oder die App des Cafes bestellen. Bezahlt wird dann, indem sie ein langes Online-Formular mit ihren persönlichen Daten füllen: Name, Adresse, Geburtsdatum, Studienfach, Telefonnummer, E-Mail-Adressen und Interessen. Anschließend müssen sie sich noch bereit erklären, Werbung von den Kooperationsfirmen des Cafes anzeigen zu lassen. Ausgespielt wird diese auf Bildschirmen im Cafe, über mit Werbung bedruckte Kaffeebecher, auf der Webseite und in der App des Cafes, über Umfragen, Produkttests oder über Werbeveranstaltungen vor Ort. Selbst die Baristas bereiten nicht nur den Kaffee für die Studenten zu, sondern versorgen sie auch mit Informationen über die werbenden Unternehmen.

Das Angebot richtet sich ausschließlich an Studenten und Mitarbeiter der Universität. Letztere dürfen allerdings nicht mit ihren Daten, sondern nur mit Geld bezahlen. Gleiches gilt für Studenten, die ihren Kaffee mitnehmen möchten. Den Kaffee gegen Daten gibt es nur, wenn er vor Ort getrunken wird und die Studenten auch der entsprechenden Werbung ausgesetzt sind. Passanten werden generell nicht bedient.

Das Shiru Cafe bietet Unternehmen sowohl die Möglichkeit, Produktwerbung in den Filialen der Kette zu schalten, als auch zukünftige Mitarbeiter unter den Studenten zu werben. Unter den Kunden sind Größen wie Microsoft, JP Morgan, Nissan und Suzuki.

Bereits 16 Filialen betreibt das Shiru Cafe allein in Japan, vier weitere in Indien und eine in den USA. Eine zweite Filiale in Yale soll bald eröffnet werden. Sechs weitere befinden sich im Aufbau, darunter Harvard und Princeton.  (mtr)


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