Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/europaparlament-neue-jugendschutzvorgaben-fuer-youtube-co-beschlossen-1810-136909.html    Veröffentlicht: 02.10.2018 13:55    Kurz-URL: https://glm.io/136909

Europaparlament

Neue Jugendschutzvorgaben für Youtube & Co beschlossen

Videoplattformen wie Youtube müssen sich in der EU künftig an striktere Regeln bei Jugendschutz und Werbung halten. Fernsehsender bekommen mehr Möglichkeiten beim Verteilen von Spots.

Das Europaparlament hat am 2. Oktober 2018 mit großer Mehrheit grünes Licht für eine Reform der EU-Richtlinie für audiovisuelle Medien gegeben. Dadurch müssen sich Plattformen wie Youtube und Twitch an striktere Vorgaben beim Jugendschutz und beim Einblenden von Werbung halten. Es gelten die überarbeiteten Vorschriften, die schon für Rundfunkanstalten in Kraft waren - sie werden also als Reaktion auf die veränderten Mediengewohnheiten auf die Videoplattformen im Netz ausgeweitet.

"Es ist uns gelungen, ein ausbalanciertes Regulierungsumfeld für den gesamten audiovisuellen Sektor zu schaffen", erklärte die medienpolitische Sprecherin der SPD-Europaabgeordneten, Petra Kammerevert, laut einer Mitteilung.

Den neuen Regeln zufolge müssen Online-Plattformen schnell reagieren, wenn Nutzer gefährliche oder anstößige Videos melden. Für solche Meldungen müssen die Webseiten leicht zu handhabende Mechanismen bereitstellen. Außerdem müssen die Plattformen Maßnahmen ergreifen, um Jugendliche und Kinder vor schädlicher Werbung zu schützen.

Daneben sieht die Richtlinie etwas mehr Freiheit für Fernsehsender beim Werben vor. Statt wie bisher höchstens 12 Minuten pro Stunde, dürfen die Rundfunkanstalten in der Zeit zwischen 18 und 24 Uhr 72 Minuten Werbung frei verteilen, dabei aber das Programm höchstens alle 30 Minuten unterbrechen. Wenn formal noch die EU-Mitgliedstaaten zugestimmt haben, muss jedes Land die Vorgaben in eigene Gesetze gießen, die voraussichtlich bis Herbst 2020 in Kraft getreten sein müssen.  (dpa)


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