Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/solid-www-erfinder-will-neue-offene-plattform-schaffen-1810-136885.html    Veröffentlicht: 01.10.2018 14:29    Kurz-URL: https://glm.io/136885

Solid

WWW-Erfinder will neue, offene Plattform schaffen

Mit Solid sollen Nutzer ihre Daten mit anderen teilen können, ohne die Hoheit darüber an einen Konzern abgeben zu müssen. Nutzer sollen selbst entscheiden können, wer Zugriff auf die Daten erhält und welche Apps verwendet werden. Treibende Kraft hinter Solid ist WWW-Erfinder Tim Berners-Lee.

Der Direktor des World-Wide-Web-Konsortiums (W3C) und Erfinder des WWW, Tim Berners-Lee, hat in einem Blogpost eine neue Internetplattform vorgestellt. Bei Solid sollen Nutzer die Entscheidungsgewalt über die Verwendung ihrer Daten behalten und nicht an Konzerne wie Facebook oder Google abgeben.

Stattdessen werden die Daten auf eigenen Servern gespeichert. Der Nutzer entscheidet, wer auf die Daten zugreifen darf, was der Name widerspiegeln soll. Solid steht dabei als Abkürzung für social linked data. Solid soll dabei Funktionen eines sozialen Netzwerks übernehmen, aber auch die eines Hosting-Services für Dateien, wie beispielsweise Dropbox.

Umgesetzt werden soll das Solid-System dabei mit Hilfe bestehender Webstandards. Laut der Dokumentation auf Github soll Solid zunächst folgende konkrete Funktionen bieten: "Identitäts-, Authentifizierungs- und Anmeldeinformationen, Autorisierungs- und Berechtigungslisten, Kontaktverwaltung, Messaging und Benachrichtigungen, Feed-Aggregation und -Abonnement, Kommentare und Diskussionen" sowie später vieles mehr. Unterschiedliche Apps sollen dann per API auf diese Informationen zugreifen können. Nutzer sollen hierbei außerdem die Berechtigungen der Apps zum Zugriff auf die Informationen detailliert setzen und verwalten können.

Um Solid zu verwirklichen, hat Berners-Lee ein Sabbatjahr vom MIT genommen, seine Beteiligung an der Arbeit des W3C reduziert und das Unternehmen Inrupt gegründet. Inrupt ist dabei zunächst Hauptsponsor des Projekts und bietet zunächst auch eine kostenlose Solid-Server-Instanz an. Wie sich Inrupt langfristig finanzieren soll, ist dabei zunächst aber nicht ersichtlich.  (tk)


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