Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/vor-feiertag-mehrtaegiger-streik-an-fuenf-amazon-standorten-1810-136884.html    Veröffentlicht: 01.10.2018 13:09    Kurz-URL: https://glm.io/136884

Vor Feiertag

Mehrtägiger Streik an fünf Amazon-Standorten

An fünf von zwölf Amazon-Standorten sind wieder Arbeiter im Streik. Verdi spricht von rund 2.000 Teilnehmern, Amazon sieht wie immer keine Auswirkungen.

Bei Amazon treten heute wieder Lagerarbeiter in den Streik. Wie die Gewerkschaft Verdi am 1. Oktober 2018 mitteilte, werde ab der heutigen Frühschicht in den Standorten Bad Hersfeld, Koblenz, Leipzig, Rheinberg und Werne die Arbeit niedergelegt. Bereits in der vergangenen Woche gab es Streiks an mehreren Standorten.

In Bad Hersfeld, dem größten Amazon-Logistikzentrum hierzulande, beteiligen sich laut Verdi rund 500 Beschäftigte an dem Streik vor dem Tag der Deutschen Einheit. Insgesamt erwartet die Gewerkschaft rund 2.000 Teilnehmer.

Amazon hatte den Belegschaften Lohnerhöhungen von 2 bis maximal 2,7 Prozent geboten. "Ohne die ausdauernden Streiks der letzten Jahre würde es wahrscheinlich bis heute keinen Cent mehr Lohn bei Amazon geben. Das weiß die Belegschaft genau", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. "Wer um 4,5 Millionen US-Dollar pro Stunde reicher wird, kann seinen Beschäftigten wenigstens verlässliche Einkommen und rechtsverbindliche Lohnzuwächse bieten." Dies biete nur ein Tarifvertrag.

Amazon-Beschäftigte: seit Mai 2013 im Kampf

Die Beschäftigten kämpfen seit Mai 2013 für eine etwas höhere Bezahlung, Urlaubsgeld und tarifliches Weihnachtsgeld durch einen Tarifvertrag sowie bessere Arbeitsbedingungen. Urlaubsgeld fehle bei Amazon komplett, das Weihnachtsgeld sei deutlich niedriger als das tarifliche. Amazon verweigerte von Anfang an Gespräche mit Verdi.

Amazon-Sprecher Stephan Eichenseher sagte Golem.de: "Auch dieses Mal arbeitet die große Mehrheit der Mitarbeiter in den inzwischen 12 deutschen Logistikzentren normal und konzentriert sich darauf, Pakete pünktlich zu den Kunden zu bekommen. Die Aktionen haben keine Auswirkung auf unsere Abläufe."

Auch am Prime Day gab es Streiks, selbst bei dieser Auslastung habe sich nach Angaben aus informierten Kreisen gezeigt, dass die Kunden pünktlich beliefert werden konnten.  (asa)


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