Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/einigung-mit-boersenaufsicht-elon-musk-muss-als-verwaltungsratschef-zuruecktreten-1809-136864.html    Veröffentlicht: 30.09.2018 11:49    Kurz-URL: https://glm.io/136864

Einigung mit Börsenaufsicht

Elon Musk muss als Verwaltungsratschef zurücktreten

Einige Tweets kosten Tesla 40 Millionen US-Dollar und Elon Musk sein Amt als Verwaltungsratschef beim Elektroautobauer. CEO darf Musk aber bleiben. Beinahe wären er und Tesla wesentlich günstiger davon gekommen.

Es waren die wohl teuersten Tweets in Teslas Geschichte: Gegen die Zahlung von 40 Millionen US-Dollar haben die Anwälte von Musk und Tesla nun eine Klageabwendung erreicht. Die Börsenaufsicht hatte eine Klage wegen der Täuschung von Anlegern eingereicht. 20 Millionen US-Dollar muss Musk zahlen, die gleiche Summe wird von Tesla beglichen. Zusätzlich muss Musk vorerst von seinem Posten als Verwaltungsratschef (Chairman) zurücktreten, darf aber CEO bleiben.

Ein Verwaltungsrat hat in den USA eine ähnliche Kontrollstellung wie ein Aufsichtsrat hierzulande, doch er bestimmt auch stark die Unternehmensstrategie mit. Musk gibt diesen Posten nun für drei Jahre ab, heißt es in der Einigung mit der US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission).

Musk muss kontrolliert werden

Was womöglich weit schwerer wiegt: Tesla muss auch Maßnahmen ergreifen, um die Kommunikation von Musk zu kontrollieren. Ein spontaner Tweet dürfte so kaum noch möglich sein. Zudem muss das Unternehmen zwei unabhängige Direktoren einstellen und einen ständigen Ausschuss aus unabhängigen Direktoren einsetzen, der die Offenlegung von Informationen und potenzielle Interessenkonflikte überwacht.

Die 40 Millionen US-Dollar sind nicht etwa für die Portokasse der SEC bestimmt, sondern sollen als Entschädigung an Investoren fließen. Musk hatte in mehreren Tweets Anfang August 2018 behauptet, dass der Börsenrückzug des Elektroautoherstellers finanziell gesichert sei. Diese Pläne zog Tesla dann wieder zurück. Beweise für die Finanzierung konnte Musk nicht vorlegen. Das Wall Street Journal berichtete, dass Musk nur mündliche Zusagen vom Saudiarabischen Staatsfonds gehabt habe.

Einen ersten Deal ließ Musk platzen

Die Klageeinreichung der SEC am Donnerstag war eine Reaktion auf die einseitige Aufkündigung eines vorherigen Deals zwischen Teslas Anwälten und der Aufsichtsbehörde. Die New York Times berichtete, dass Musk im Rahmen dieser Einigung nur zwei Jahre auf den Posten des Verwaltungsratschefs hätte verzichten müssen. Zudem wäre die Entschädigungssumme für ihn und Tesla nur halb so hoch gewesen wie bei der jetzigen Übereinkunft.

Angeblich ließ Musk die Vereinbarung platzen, weil der Vergleich mit der SEC ein Deal war, der unter dem Motto "weder zugeben noch leugnen" abgeschlossen werden sollte. Musk hätte nicht zugeben müssen, dass er wissentlich etwas Falsches getan habe. Doch er hätte auch nicht öffentlich erklären dürfen, dass er nichts Falsches getan habe - und das habe er nicht akzeptieren können, heißt es bei der New York Times unter Berufung auf drei mit den Gesprächen vertrauten Personen.

Musk kommentierte nach Platzen des ersten Deals in der New York Times: "Diese ungerechtfertigte Aktion der SEC hinterlässt bei mir tiefe Trauer und Enttäuschung. Ich habe immer im besten Interesse der Wahrheit, der Transparenz und der Anleger gehandelt. Integrität ist der wichtigste Wert in meinem Leben, und die Fakten werden zeigen, dass ich diese in keiner Weise gefährdet habe."

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