Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/ein-netz-gruene-wollen-5g-versteigerung-stoppen-1809-136783.html    Veröffentlicht: 25.09.2018 18:10    Kurz-URL: https://glm.io/136783

Ein Netz

Grüne wollen 5G-Versteigerung stoppen

Die 5G-Frequenzversteigerungen solle so ablaufen, dass nur ein 5G-Netz in Deutschland entsteht, das wie in Schweden, Kanada oder Australien gemeinsam von allen Netzbetreibern ausgebaut wird. Das fordert ein stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen.

Die Grünen im Deutschen Bundestag haben einen Stopp der 5G-Frequenzversteigerung und eine Neuausrichtung der Rahmenbedingungen für die Auktion gefordert. Das gab der Stellvertretende Fraktionsvorsitzender der Grünen, Oliver Krischer, am 25. September 2018 bekannt. Krischer will die Versteigerung verschieben und verpflichtendes Inlands-Roaming für 5G und LTE einführen.

Krischer erklärte: "Wir unterstützen die Unions-Kollegen bei der Absage der Versteigerung. Noch ist es nicht zu spät, ansonsten entsteht ein Schaden, der erst in fünf bis zehn Jahren wieder korrigiert werden kann. Die Tarife für die Endkunden müssen sinken, und wir brauchen endlich eine vernünftige und verbindliche Anbindung der ländlichen Räume beim Mobilfunk." Das gehe nur, wenn nicht weiterhin drei oder vier parallele Netze nebeneinander ausgebaut würden.

98 Prozent der Haushalte = 70 Prozent Abdeckung der Fläche in Deutschland

Je nach Anbieter habe man laut Krischer in Deutschland auf 30 bis 60 Prozent der Flächen keinen Zugang zu LTE. Der Grund für diese schlechte Bilanz liege in der Konzeption und den Auflagen aus den Versteigerungen in den vergangenen Jahren. Es habe ein möglichst hoher Geldbetrag bei der Versteigerung für den Bundeshaushalt erlöst werden sollen, der den Firmen beim Ausbau des Netzes fehle.

Die Ausbauvorgaben würden zudem nicht mit Sanktionen oder Bußgeldern verbunden, seien daher nicht verbindlich und die Unternehmen könnten sie ignorieren. Außerdem bezögen sich die Ausbauvorgaben wieder auf Haushalte und nicht auf die Fläche. "98 Prozent der Haushalte dürften nicht viel mehr als eine 70-Prozent-Abdeckung der Fläche in Deutschland umfassen", erklärte Krischer. Damit werde erneut der ländliche Raum ignoriert.

Wichtig sei, dass die anstehenden 2- und 3,6-Gigahertz-Frequenzversteigerungen so ausgestaltet würden, dass nur ein 5G-Netz in Deutschland entsteht, welches von allen Versteigerungsgewinnern gemeinsam wie in Schweden, Kanada oder Australien ausgebaut wird. "Insgesamt soll dabei die Errichtung von 3.000 Basisstationen bis zum Ende des Jahres 2022 realisiert werden, die nach unternehmerischem Ermessen aufgestellt werden können", sagte Krischer. Für die Endkundentarife werde es einen großen Unterscheid machen, ob vier parallele Netze für insgesamt 200 Milliarden Euro ausgebaut werden oder ob ein 5G-Netz für 50 bis 80 Milliarden Euro entsteht.  (asa)


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