Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/supermuc-ng-ministerpraesident-soeder-nimmt-supercomputer-in-betrieb-1809-136779.html    Veröffentlicht: 25.09.2018 17:50    Kurz-URL: https://glm.io/136779

SuperMUC-NG

Ministerpräsident Söder nimmt Supercomputer in Betrieb

Der SuperMUC-NG bei München ist mit knapp 27 theoretischen Petaflops das wohl schnellste System in Europa. Der Supercomputer nutzt über 300.000 Xeon-CPU-Kerne und ist auch ohne GPU-Beschleunigung extrem flott.

Markus Söder hat am Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) in Garching bei München die Inbetriebnahme des SuperMUC-NG gefeiert. Bayerns Ministerpräsident betonte dabei, der Freistaat sei "so stark, weil wir mutig und kraftvoll in High-Tech investieren" - das Land hat den Bau des Supercomputers mit 96 Millionen Euro gefördert. Der SuperMUC Next Generation folgt auf den SuperMUC Phase 2 und erreicht eine theoretische Rechenleistung von 26,7 Petaflops bei doppelter Genauigkeit (FP64). Das System ist damit vor dem Juwels des Forschungszentrums Jülich das schnellste in Deutschland und auf dem Papier vor dem Schweizer Piz Dainz auch in Europa.

Anders als der Jewels und der Piz Dainz setzt das Leibniz-Rechenzentrum beim SuperMUC-NG jedoch rein auf CPUs und bis auf eine Ausnahme nicht auf Tesla-Rechenkarten von Nvidia. Das System besteht aus 6.544 Think System SD650 DWC von Lenovo, die unterschiedlich bestückt sind (PDF): 6.400 haben 96 GByte RAM und 144 haben 768 GByte RAM, alle sind mit zwei Xeon-SP-CPUs mit 24 Kernen ausgerüstet. Die Skylake-SP von Intel werden warmwassergekühlt, zudem kommt eine Absorptionskältemaschine zum Einsatz - die entstandene Abwärme wird also weiterverwendet. Die Nodes sind per Omni Path verknüft, auf ihnen läuft Suse Linux Enterprise (HPC Module) in der Version 12.

Neben den eigentlichen Racks hat der SuperMUC-NG noch 64 Knoten, die per Cloud statt lokal ansprechbar sind: 32 davon nutzen Xeon-Prozessoren und 32 sind zusätzlich mit Nvidias Tesla V100 versehen. Die Beschleuniger eignen sich vor allem für Deep Learning, generell hat das Leibniz-Rechenzentrum den bisherigen SuperMUC etwa für Simulationen zu Auswirkungen des Klimawandels oder für medizinische Zwecke wie der Erforschung von Brustkrebsmedikamenten verwendet.

Die insgesamt 314.112 Xeon-Kerne liefern 26,7 FP64-Petaflops und sollen im HPC-Benchmark Linpack auf leicht über 20 Petaflops kommen. Damit würde der SuperMUC-NG auf dem sechsten Platz der weltweit schnellsten Supercomputer landen, wenngleich der japanische ABCI nicht sehr viel flotter ist. Erst die vorderen vier Plätze sind mit 100 Petaflops bis 187 Petaflops unerreichbar.  (ms)


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