Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/amazon-restaurants-amazon-koennte-deliveroo-fuer-4-milliarden-us-dollar-kaufen-1809-136760.html    Veröffentlicht: 25.09.2018 10:54    Kurz-URL: https://glm.io/136760

Amazon Restaurants

Amazon könnte Deliveroo für 4 Milliarden US-Dollar kaufen

Amazon und Uber haben Interesse am Kauf von Deliveroo. Der Essenslieferdienst ist bekannt für seine prekären Arbeitsbedingungen.

Amazon hat zweimal Gespräche mit dem Essenslieferdienst Deliveroo über eine Übernahme geführt. Das berichtet der britische Daily Telegraph unter Berufung auf informierte Kreise. Deliveroo hat Investitionen in Höhe von mehreren Hundert Millionen Pfund getätigt und wird derzeit auf einen Wert von 2 Milliarden US-Dollar geschätzt, bei einem Verkauf würden laut den Informationen aber 4 Milliarden US-Dollar verlangt werden.

Die Gespräche befinden sich noch in einem sehr frühen Stadium. Die erste Runde fand vor zwei Jahren statt, bevor mit Amazon Restaurants eine eigene Essenslieferung begonnen wurde. Die zweite Runde fand vor etwa neun Monaten statt. Ein Deliveroo-Sprecher sagte dem Daily Telegraph, das Unternehmen äußere sich nicht zu Spekulationen. Amazon lehnte eine Stellungnahme ab.

Amazon, Uber und Deliveroo, da wird kein Gewerkschaftler froh

Uber führt Gespräche, um ein Übernahmeangebot für Deliveroo zu machen. Daher könnte Amazon nun erneut Interesse zeigen, so die Quellen des Daily Telegraph. Der Fahrdienstvermittler Uber bereitet sich auf eine mögliche Börsennotierung im Jahr 2019 vor und plant, die Profitabilität zu erreichen. Das Ubereats-Geschäft für Lebensmittellieferungen hat sich in vielen Städten als erfolgreich erwiesen und kontrolliert etwa zehn Prozent des britischen Marktes. Amazons eigenes Lieferunternehmen, Amazon Restaurants, hat weniger als fünf Prozent des britischen Lebensmittelversandmarktes, aber durch die Übernahme von Whole Foods wurden die Liefermöglichkeiten für Lebensmittel erweitert.

Amazon und Uber sind für ihre Arbeitsbedingungen häufiger von den Gewerkschaften kritisiert worden. Die Vorsitzende der Gewerkschaft NGG, Michaela Rosenberger, verdeutlichte im Mai 2018 die prekären Arbeitsbedingungen bei Deliveroo, die eher denen des 19. Jahrhunderts entsprechen würden: Fahrerinnen und Fahrer müssen ihre Arbeits- und Kommunikationsmittel wie Fahrräder, Outdoor-Kleidung und Smartphones selbst anschaffen, instandhalten und ersetzen. Damit werde faktisch der gesetzliche Mindestlohn unterlaufen. Wenn die Beschäftigten angestellt werden, werden sie oft durch sachgrundlose Befristungen in ständiger Unsicherheit gehalten. Nach dem Auslaufen der Arbeitsverträge wurde den meisten eine Tätigkeit als Solo-Selbstständige angeboten: Damit verlieren sie Rechte wie Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und Anspruch auf Urlaub. Befristete Arbeitsverträge von Betriebsräten würden gezielt nicht verlängert, um die gewählten Vertreter der Arbeiter loszuwerden.  (asa)


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