Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/glasfaser-wohnungsbaugesellschaften-machen-selbst-ftth-1809-136630.html    Veröffentlicht: 18.09.2018 18:24    Kurz-URL: https://glm.io/136630

Glasfaser

Wohnungsbaugesellschaften machen selbst FTTH

Ohne Glasfaser anzubieten, brauchen sich Firmen bei Wohnungsbaukonzernen kaum noch bewerben. Als eigener Akteur beim Netzausbau ist deren Bundesverband deshalb auch gegen das Diginetz-Gesetz.

Erste Berliner Wohnungsbaugesellschaften machen Ausschreibungen für den Netzausbau nur noch für Glasfaser. Das sagte Claus Wedemeier, Referatsleiter Digitalisierung des Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GDW), am 18. September 2018 auf dem Breitbandkongress des Fachverbands Rundfunk- und Breitbandkommunikation (FRK) in Leipzig.

Laut Wedemeier kritisiert der GDW am Diginetz-Gesetz, dass derjenige bestraft werde, der schon Infrastruktur habe und diese weiter ausbaue. Das könnten Wohnungsunternehmen oder Netzbetreiber sein. Daher lege die Telekom gerne nur eine Faser, damit Mitnutzung nicht möglich sei, sagte Wedemeier.

Ein Beispiel für Glasfaserausbau durch die Wohnungswirtschaft sei das städtische Wohnungsunternehmen SAGA, das angekündigt hatte, in den nächsten zwei Jahren 130.000 Wohnungen direkt mit FTTH (Fibre To The Home) zu versorgen. Zudem will SAGA in seinen Außenanlagen WLAN-Hotspots einrichten.

1 GBit/s für 130.000 SAGA-Wohnungen

SAGA-Sprecher Gunnar Gläser sagte Golem.de auf Anfrage: "Die SAGA Unternehmensgruppe hat - wie im Januar angekündigt - im Rahmen eines Pilotprojekts am Gleiwitzer Bogen in Hamburg-Jenfeld mit dem Anschluss der dortigen Wohnungen an das Gigabit-Glasfasernetz begonnen. Die Maßnahme wird bis Ende September dieses Jahres abgeschlossen sein." Bei Neubauprojekten des Unternehmens sei die Installation von Glasfaserkabeln bis in die Wohnungen bereits Standard.

Im kommenden Monat starte planmäßig der flächendeckende Anschluss von rund 130.000 SAGA-Bestandswohnungen durch den Dienstleister ImmoMediaNet. Beginnen werde der Ausbau mit dem Bestand der SAGA Geschäftsstelle Langenhorn. Bis Ende 2021 sollen dann 130.000 SAGA-Wohnungen in Hamburg über einen Glasfaser-Anschluss (FTTH) verfügen, der Download-Raten von 1 GBit/s ermöglicht.  (asa)


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