Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/videoportal-youtube-gaming-wird-abgeschafft-1809-136626.html    Veröffentlicht: 18.09.2018 18:30    Kurz-URL: https://glm.io/136626

Videoportal

Youtube Gaming wird abgeschafft

Die Nutzer finden die Trennung zwischen Youtube und Youtube Gaming zu verwirrend, jetzt zieht das Videoportal die Konsequenzen: Spieleinhalte sind künftig im normalen Angebot zu finden - mit ein paar spannenden Extras.

Youtube will seinen Ende 2015 gestarteten Ableger Youtube Gaming schließen und die dort verfügbaren Inhalte in das sonstige Angebot integrieren. Spätestens im ersten Quartal 2019 soll Schluss sein mit der Spezialrubrik, auch die App wird dann aus dem Verkehr gezogen. Grund sei schlicht, dass die Trennung zwischen Youtube und Youtube Gaming für die meisten Kunden zu verwirrend sei, so das Unternehmen im Gespräch mit Golem.de. Auf den Gaming-Seiten würden sich derzeit fast nur noch langjährige Fans und einige wenige Hardcorezocker einfinden.

An sich sei man bei Youtube mit der Marktstellung im Spielebereich mehr als zufrieden. Im Jahr 2017 habe man durchschnittlich jeden Tag rund 200 Millionen Spieler als Besucher auf dem Portal gehabt, die Gaming-Videos und -Streams mit einer Gesamtlänge von mehr als 50 Milliarden Stunden konsumiert hätten.

Im Zuge der Änderungen sollen die momentan auf Gaming verfügbaren Inhalte und Funktionen nach und nach auf die Hauptseite verlegt werden. Dort soll es künftig neue Möglichkeiten geben, um die gewünschten Inhalte verfolgen zu können - etwa die Option, ein konkretes Spiel statt einen Kanal zu abonnieren, sowie eine Trendingübersicht nur für Games.

Dazu kommen neue Angebote. So startet am 18. September 2018 in den USA und einige Monate später in Europa ein Format namens Creator on the Rise, mit dem ab dann jeden Sonntag neue Streamer unter anderem auf den Trending-Seiten auffällig vorgestellt werden sollen. Die Auswahl der künftigen, mit sehr viel Glück millionenschweren Influencer erfolgt teils durch Algorithmen, teils durch eine Redaktion bei Youtube. Die will besonders auf Diversität achten und auch mal einen weiblichen Streamer in der sonst sehr von Männern dominierten Szene bekannt machen.

Mit Youtube Gaming wollte sich das Videoportal stärker im Spielebereich etablieren - vor allem, nachdem der zu Amazon gehörende Konkurrent Twitch sich erfolgreich im Gaming breitgemacht hatte und in der Community viele Fans gefunden hat, die teils Stunden mit dem Anschauen und Kommentieren von Streams verbringen.  (ps)


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