Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/standard-cognition-konkurrenz-zu-kassenlosen-amazon-go-supermaerkten-eroeffnet-1809-136480.html    Veröffentlicht: 10.09.2018 10:30    Kurz-URL: https://glm.io/136480

Standard Cognition

Konkurrenz zu kassenlosen Amazon-Go-Supermärkten eröffnet

Die Amazon-Go-Supermärkte bekommen Konkurrenz. Das Startup Standard Cognition eröffnet einen kassenlosen Supermarkt in San Francisco, der von normalen Kunden genutzt werden kann. Kameras überwachen dabei das Kaufverhalten.

Der Wettkampf um Systeme für einen kassenlosen Supermarkt läuft. Derzeit findet der Wettbewerb vor allem in den USA statt. Neben Amazon arbeiten auch eine Reihe von Startups an einer solchen Technik. Während Amazon mit seinen Go-Supermärkten bereits am Markt aktiv ist, startet Standard Cognition diese Woche einen ersten solchen Laden für die Öffentlichkeit. Er wird in der Innenstadt von San Francisco eröffnet - wird aber immer nur einige Tage pro Woche offen sein, berichtet Venture Beat.

Das Grundprinzip eines kassenlosen Supermarkts ist bei allen Anbietern identisch: Mit Sensoren und Kameras wird das Kundenverhalten überwacht. Beim Betreten eines kassenlosen Supermarktes meldet sich der Kunde mit einer Smartphone-App an. Der Laden überwacht, welche Artikel der Kunde einsteckt, dann verlässt er den Laden. Dabei wird die eingesteckte Ware bezahlt. Neben Standard Cognition arbeiten auch die Startups Zippin, Aifi, Aipoly und Trigo Vision an Systemen für einen kassenlosen Supermarkt - aber auch Microsoft soll an einer solchen Technik entwickeln.

Der kassenlose Supermarkt von Standard Cognition in San Francisco ist noch längst nicht so weit wie die Amazon-Go-Läden, die von beliebig vielen Kunden genutzt werden dürfen. Bei der Konkurrenz dürfen anfangs nur drei Kunden zugleich im Laden einkaufen. In Seattle wurde erst vor wenigen Tagen die dritte Amazon-Go-Filiale in der Stadt eröffnet. Weitere Amazon-Go-Läden sollen für weitere US-Großstädte geplant sein, offizielle Angaben gibt es dazu bislang nicht.

Standard Cognition arbeitet bereits seit 2016 an der Technik dahinter und hatte bisher für interne Tests einen Laden in Palo Alto, der nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war. In einem Bericht von Fast Company finden sich weitere Details zu dem System. Das System von Standard Cognition soll besonders wenige Kameras benötigen. Während Amazon in einem knapp 1.800 qm großen Laden Hunderte Kameras installiert haben soll, sind es bei Standard Cognition lediglich 27 Kameras für eine 2.000 qm große Ladenfläche. Dennoch wird eine hohe Zuverlässigkeit versprochen - Kunden können Waren auch zurück in das Regal stellen, dabei muss es nicht an der richtigen Stelle sein - das System soll es trotzdem erkennen.

Dabei soll generell keine Gesichtserkennung zum Einsatz kommen, das System soll eine Person anhand anderer Merkmale eindeutig identifizieren können. Das System setzt voraus, dass die Waren im Laden angelernt werden, dafür muss jedes Produkt etwa zwei Minuten vor eine Kamera gehalten und gedreht werden, damit es vom System erkannt werden kann.

Technik von Standard Cognition bereits nach Japan verkauft

Wie auch die anderen Startups will Standard Cognition die Technik an Shopbetreiber vermieten, es gibt keine Pläne, ein eigenes Filialnetz aufzubauen. Amazon hat solche Pläne bisher nicht genannt und arbeitet derzeit daran, die kassenlosen Supermärkte selbst zu betreiben, also ein Filialnetz aufzubauen - zumindest in den USA.

Standard Cognition konnte bereits einen ersten Kunden gewinnen. Bis Juli 2020 sollen in Japan über 3.000 Geschäfte mit dem kassenlosen System ausgestattet werden. Bis dahin will das Startup noch weitere Erfahrungen mit der Technik sammeln, damit sie ohne bestimmte Bedingungen möglichst gut funktioniert.

Wir haben probeweise in Amazons erstem Go-Supermarkt eingekauft und fühlten uns dabei so, als würden wir einfach den Laden ausräumen. Das Konzept ist spannend und wir freuten uns über ein angenehmes Einkaufserlebnis. Wir mussten uns nirgendwo anstellen, wir mussten keine Waren auf ein Band legen und sie auch nicht über einen Scanner ziehen. Auch das Hervorkramen des passenden Zahlungsmittels entfällt.

 (ip)


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