Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/lighthouse-roboter-findet-lecks-in-wasserrohren-1809-136459.html    Veröffentlicht: 07.09.2018 13:40    Kurz-URL: https://glm.io/136459

Lighthouse

Roboter findet Lecks in Wasserrohren

Täglich versickern Milliarden Liter Trinkwasser im Erdreich, weil die Wasserleitungen nicht dicht sind. Ein MIT-Forscher hat einen kleinen Roboter entwickelt, der helfen soll, den Wasserverlust zu stoppen.

In einem ausgedehnten, komplexen Rohrsystem ein Leck zu finden, ist nicht so einfach. Ein kleiner Roboter soll undichte Stellen in Wasserrohren aufspüren. Durch undichte Rohrleitungen geht in den Industrienationen etwa ein Fünftel des Trinkwassers verloren.

Lighthouse heißt der Roboter. Er ist konisch und erinnert von der Form her an einen Federball. Sein Durchmesser entspricht dem des Rohrs, das er untersuchen soll. An dem Roboter sind kleine, flexible Schürzen angebracht, die als Berührungssensoren fungieren.

Um ein Rohrsystem zu überprüfen, wird Lighthouse durch einen Hydranten eingebracht. Er hat keinen eigenen Antrieb, sondern schwimmt mit der Strömung des Wassers durch die Rohre. Passiert er eine undichte Stelle, wird er durch den Sog, der an dieser Stelle entsteht, von seiner Bahn abgelenkt. Die Stärke des Sogs gibt einen Hinweis auf die Größe des Lecks.

Während er durch die Rohrleitungen schwimmt, zeichnet Lighthouse laufend seine Position auf. Am Ende seiner Tauchfahrt wird er an einem anderen Hydranten aus dem System herausgeholt. Dann werden die Daten - die der Sensoren sowie die Positionsdaten - drahtlos von Lighthouse heruntergeladen, eine Software überträgt sie in Google Maps und erstellt so eine Karte mit undichten Stellen für das Versorgungsunternehmen.

Der Roboter wurde von You Wu, einem Doktoranden des Massachusetts Institute of Technology, entwickelt. Wu ist dafür gerade in den USA mit dem James Dyson Award ausgezeichnet worden. Zudem kommt Lighthouse in die internationale Ausscheidung des Design-Preises.

Undichte Rohrleitungen sind für einen großen Wasserverlust verantwortlich. Etwa 20 Prozent des Trinkwassers geht dadurch verloren - in manchen Teilen der Welt sogar deutlich mehr. In Großbritannien etwa versickern nach offiziellen Angaben über drei Milliarden Liter Trinkwasser durch Lecks in Rohrleitungen im Erdreich - pro Tag! Es geht dabei nicht nur um den Wasserverlust: Das entweichende Wasser kann zudem das Erdreich unterspülen und so beispielsweise Straßenschäden verursachen.  (wp)


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