Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/huawei-smartphones-gpu-turbo-macht-spiele-per-tensorflow-schneller-1809-136403.html    Veröffentlicht: 06.09.2018 08:19    Kurz-URL: https://glm.io/136403

Huawei-Smartphones

GPU Turbo macht Spiele per Tensorflow schneller

Huawei hat endlich erklärt, wie der GPU Turbo für die eigenen Smartphones funktioniert: Der Hersteller lädt je Spiel ein trainiertes neuronales Netz auf die Geräte, um Takt und Spannung der Kirin-Chips zu optimieren.

Seit Wochen bewirbt Huawei den GPU Turbo für Smartphones wie das Honor Play, hat aber nicht erklärt, wie er funktioniert. Das hat der Hersteller mittlerweile nachgeholt, wie Anandtech in einem exzellenten Artikel erläutert. Kurz zusammengefasst ist der GPU Turbo eine Software für die Kirin-Chips von Hisilicon, die Huawei in den eigenen Smartphones einsetzt, welche die Taktraten und Spannung der Grafikeinheiten feiner justiert als der bisherige Ansatz. Das erhöht die Bildrate in Spielen leicht und verringert die Leistungsaufnahme für eine längere Akkulaufzeit.

Zumindest die bei Honor zu sehenden 60 Prozent mehr Performance bei 30 Prozent weniger Energiebedarf sind aber grober Unfug, denn hier vergleicht Huawei den Kirin 960 ohne GPU Turbo und den viel schnelleren Kirin 970 mit GPU Turbo. Bei der Vorstellung des neuen Kirin 980 nannte der Hersteller realistische Werte: Bei einem Vsync-bedingten 60-fps-Limit rechnet der Chip mit 59 Bildern pro Sekunde statt 58 fps einen Tick flotter, ohne GPU Turbo sind es aber rund 11 Prozent mehr Milliwatt pro Frame in PUBG Mobile.

Der GPU Turbo ist für den Kirin 659, den Kirin 960, den Kirin 970 und künftig den Kirin 980 verfügbar. Damit ausgestattete Smartphones sind unter anderem das Mate 9 (Pro), das Mate 10 (Pro), das P10 (Plus), das P20 (Pro), das Honor 9/10 und das Honor Play. Huawei nutzt für den GPU Turbo ein neuronales Tensorflow-Netz, welches für jedes unterstützte Spiel für jedes Gerät trainiert und dort aufgespielt wird. Der Kirin-Chip berechnet per CPU oder per NPU im FP16-Format das Inferencing und optimiert die DVFS-Kurve (Dynamic Voltage & Frequency Scaling) der Mali-Grafik im SoC.

Weil Huawei das Netz anpassen muss, war der GPU Turbo anfangs nur zu PUBG Mobile und dem chinesischen Mobile Legends Bang Bang kompatibel, demnächst werden auch Arena of Valor, NBA 2K18, Rules of Survival und Vainglory unterstützt. Huawei sieht den Kirin 980 leicht vor Qualcomms Snapdragon 845, wenn der GPU Turbo aktiv ist, schlussendlich gilt es aber abzuwarten, für welche Spiele das tatsächlich gilt. Zumindest in PUGB Mobile rendern die Mali-GPUs bisher eine sichtlich schlechtere Bildqualität als die Adreno-Grafikeinheiten, was einen direkten Vergleich der beiden gar nicht erst ermöglicht.  (ms)


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