Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/battlefield-5-mit-raytracing-wenn-sich-der-gegner-in-unserem-ruecken-spiegelt-1808-136274.html    Veröffentlicht: 30.08.2018 13:10    Kurz-URL: https://glm.io/136274

Battlefield 5 mit Raytracing

Wenn sich der Gegner in unserem Rücken spiegelt

Das nächste Battlefield wird das erste mit Raytracing-Optik, zumindest auf einer Geforce RTX. Aber selbst die Turing-Grafikkarten schaffen bisher nur 1080p flüssig, dafür sieht der Shooter einfach klasse aus.

Noch am Abend der Vorstellung der neuen Geforce RTX hatten wir die Möglichkeit, das am 20. November 2018 erscheinende Battlefield 5 auf einer Geforce RTX 2080 Ti mit Raytracing anzuspielen und Szenen aufzuzeichnen. Die zusätzlichen Effekte verbessern die ohnehin schon exzellente Grafik noch weiter und sind teils taktisch relevant, die Bildrate verringert sich aber spürbar.

Entwickler Dice nutzt Raytracing in Battlefield 5 rein für Reflexionen in Wasser wie Pfützen oder Flüssen und für Spiegelungen in Scheiben oder Autolack, nicht aber für die komplette Beleuchtung mit Licht und Schatten wie 4A Games bei Metro Exodus. Generell ist der Ansatz ein hybrider, da neben Raytracing primär auf Rastergrafik gesetzt wird. Mit Letzterer sind allerdings ohne aufwendige Cubemaps-Tricks keine Reflexionen von Objekten möglich, die sich nicht im Screen Space, also dem Sichtfeld der virtuellen Kamera befinden.

Mit Raytracing hingegen klappt das: So sehen wir uns selbst in der Scheibe und sogar den Gegner hinter uns, aber auch Explosionen oder Schüsse hinter einem Objekt können sich spiegeln und so feindliche Bewegungen verraten. Vor allem jedoch sieht die Darstellung schlicht realistischer und schärfer aus als der bisherige oft niedrig aufgelöste und perspektivisch verzerrte Cubemap/Screen-Space-Ansatz. Besonders auffällig waren verschwundene Render-Fehler beim Zielen per Kimme und Korn.

Die Demo lief in 1080p mit offenbar maximalen Details und definitiv unter 60 fps, in der Alpha ohne Raytracing erreichten wird diese Bildrate selbst in 1440p locker mit einer Geforce GTX 1080 Ti. Daher überlegt Dice, ob Raytracing nicht nur an- und abschaltbar sein soll, sondern in Stufen. Der Entwickler trickst ohnehin mit Offsets und einem Strahl für mehrere Pixel, zudem kann wohl der Compute Shader für das Entrauschen für mehr Performance bei grobkörnigeren Spiegelungen justiert werden.

Nvidia nutzt die neuen RT-Cores der Geforce RTX zur Hardwarebeschleunigung einiger Raytracing-Operationen wie der Triangle-Intersection. Diese Berechnungen dauern einige Millisekunden und kosten Energie, welche den regulären ALUs dann fehlt, wenn die das Denoising per Compute-Shader durchführen. Alternativ kann das auf den ebenfalls integrierten Tensor-Cores laufen, aber zumindest Dice sieht das momentan nicht vor. Die Geforce RTX 2080 (Ti) erscheinen am 20. September 2018, also zwei Monate vor Battlefield 5.

Offenlegung: Golem.de hat auf Einladung von Nvidia am Editor's Day in Köln teilgenommen, die Reisekosten wurden zur Gänze von Nvidia bezahlt. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben seitens Dritter.  (ms)


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