Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/wsd-f30-im-hands-on-das-smarte-schwarz-weiss-display-macht-den-unterschied-1808-136271.html    Veröffentlicht: 30.08.2018 09:45    Kurz-URL: https://glm.io/136271

Casio WSD-F30 im Hands on

Das smarte Schwarz-Weiß-Display macht den Unterschied

Mit seiner dritten Smartwatch WSD-F30 setzt Casio nicht nur die Tradition des sperrigen Namens fort, sondern entwickelt seine Outdoor-Uhr auch weiter. Das Dual-Display kann im akkuschonenden LCD-Modus nicht mehr nur die Zeit anzeigen, sondern auch Messwerte. Preiswert und klein ist die Uhr allerdings nicht.

Casios neue Smartwatch WSD-F30 eignet sich wie ihre Vorgänger wieder für aktive Nutzer, die eine robuste Smartwatch für den Outdoor-Einsatz suchen. Der Fokus liegt dabei weniger zwingend auf der Aufzeichnung von Fitnessdaten wie bei anderen Smartwatches; im Kern ist die F30 eher ein Navigationsgerät.

In dieser Hinsicht hat Casio sein neues Modell um sinnvolle Funktionen ergänzt. Wir haben uns die Smartwatch im Hands on angeschaut und festgestellt: Auch die neue Version ist eher nicht für schmale Handgelenke geeignet.

Die F30 ist nämlich explizit für einen rauen Umgang gebaut worden. Sie ist nach MIL-STD-810G vor Umwelteinflüssen wie Wasser, Staub oder Kälte sowie vor Stürzen geschützt. Entsprechend robust ist das Gehäuse gebaut, anders als bei Smartwatches, die eher ein Fashion-Statement setzen wollen.

Am linken Rand befindet sich wieder eine deutlich sichtbare Ausbuchtung, in der verschiedene Sensoren sitzen. Die F30 kann mit Hilfe eines Drucksensors den Luftdruck und die Höhe messen, zudem sind ein Kompass, ein Gyrometer und ein Beschleunigungsmesser verbaut. Nutzer können die Messdaten während ihrer sportlichen Aktivitäten auf dem Display ablesen, je nachdem, welche App sie für welche Sportart verwenden. Casio kooperiert mit zahlreichen App-Entwicklern, um möglichst eine große Bandbreite an verschiedenen Sportarten auf die Uhr zu bringen.

Interessant ist die F30 vor allem wieder für Wanderungen. Wie ihr Vorgänger, die F20, können Nutzer Karten auf der Uhr speichern und offline verwenden. Das ist für Routenanweisungen sowie das schnelle Schauen nach dem Weg praktisch, für umfangreicheres Nachschlagen würden wir allerdings weiterhin die große Karte auf dem Smartphone bevorzugen.

Anders als bei den Vorgängern kann das zweite Display der F30 nicht nur zum Ablesen der Zeit verwendet werden: Die Smartwatch hat neben dem sehr scharfen und klaren Farb-OLED-Bildschirm ein zweites, monochromes LC-Display. Auf diesem lassen sich jetzt auch verschiedene Messwerte anzeigen, die der Nutzer in den Einstellungen wählen kann - beispielsweise die Höhe.

Monochromes LC-Display kann Messwerte anzeigen

Im normalen Benutzungsmodus können wir das LC-Display beispielsweise im Standby-Modus anzeigen lassen, also wenn der OLED-Bildschirm ausgeschaltet ist. Bei den meisten anderen Smartwatches wird dann entweder nichts angezeigt oder eine etwas reduzierte Darstellung des aktuellen Watchfaces. Dies geht allerdings mehr zulasten des Akkus als das stromsparende LCD. Das LC-Display ist auch ohne Hintergrundbeleuchtung gut ablesbar.

Im Normalmodus soll die Akkulaufzeit anderthalb Tage betragen. Beim Wandern können wir den Erweiterungsmodus anschalten, der standardmäßig das LCD anzeigt und auf Knopfdruck eine der Offlinekarten. Im Hintergrund läuft dabei der GPS-Empfang, was für das Wandern unabdingbar ist. In diesem Modus soll die Akkulaufzeit drei Tage betragen, was für eine Trekking-Smartwatch ein sehr guter Wert ist.

Alternativ können wir auch komplett auf die smarten Funktionen verzichten und nur das LCD verwenden. Dann können wir uns die Zeit und verschiedene Messwerte der Sensoren anzeigen lassen, die Akkulaufzeit soll sich in diesem Modus auf einen Monat strecken lassen.

Einen Pulsmesser hat die F30 nicht - Casio sieht die Uhr nicht als Werkzeug, um Fitness-Sessions aufzuzeichnen. Dennoch ist die Uhr ziemlich dick und groß, was am stabil gebauten Gehäuse liegt. Für schmale Handgelenke ist die F30 wie ihre Vorgänger eher nichts.

Fazit

Mit einem Preis von wahrscheinlich 550 Euro ist die Casio WSD-F30 teurer als andere Smartwatches. Sie soll mit ihrem robusten Gehäuse, den Sensoren und der langen Akkulaufzeit bei gleichzeitiger Verfügbarkeit von Messdaten aber auch eine spezielle Nutzergruppe ansprechen.

Dieses Konzept verfolgt Casio bereits seit seiner ersten Smartwatch und könnte in diesem speziellen Segment Erfolg haben. Die Kombination mit den "Allerwelts-Funktionen" von Wear OS ist dabei sicherlich hilfreich - auf diese Weise ist die F30 eben nicht ausschließlich eine Outdoor-Uhr, sondern gleichzeitig auch eine moderne Smartwatch mit Zugang zu zahlreichen Apps.

Das Schwarz-Weiß-Display mit der Möglichkeit, Messwerte anzeigen zu lassen, macht den Unterschied zu anderen robusten Smartwatches. Dank der verwendeten LCD-Technik lassen sich akkuschonend wichtige Sensorenwerte ablesen - bei mehrtägigen Wanderungen ist das ein Vorteil.

Die F30 soll ab Januar 2019 in Deutschland erhältlich sein.  (tk)


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