Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/samsung-portable-ssd-x5-ausprobiert-thunderbolt-ssd-ist-schneller-als-manche-notebooks-1808-136227.html    Veröffentlicht: 28.08.2018 16:00    Kurz-URL: https://glm.io/136227

Samsung Portable SSD X5 ausprobiert

Thunderbolt-SSD ist schneller als manche Notebooks

Die Portable SSD X5 ist Samsungs erste Thunderbolt-3-SSD und gleich eine recht flotte: Es gibt das Modell mit bis zu 2 TByte Speicherplatz und über 1,5 GByte/s Schreibgeschwindigkeit. Allerdings muss der PC oder das Notebook da erst mal mithalten, was nicht selbstverständlich ist.

Auf T5 folgt X5: So zumindest nennt Samsung die neue Portable SSD X5 mit Thunderbolt-3-Schnittstelle, denn die ältere Portable SSD T5 (Test) unterstützt nur USB 3.1 Gen2 und ist daher trotz hoher Leistung viel langsamer. Wir erreichen mit der Portable SSD X5 eine sequenzielle Leserate von 2,8 GByte die Sekunde und eine Schreibrate von 2,3 GByte pro Sekunde. Dafür mussten wir sie aber an den passenden Rechner anschließen, denn Thunderbolt 3 alleine garantiert diese rasante Geschwindigkeit nicht.

So gibt es diverse Notebooks, bei denen der TB3-Port intern an zwei statt an vier PCIe-Gen3-Lanes angeschlossen ist. Dazu zählt Dells beliebtes XPS 13 (9360/R), welches mehrere Golem-Redakteure verwenden. Schließen wird die Portable SSD X5 hier an, ist bei rund 1.500 MByte die Sekunde bereits das Limit erreicht. Das Kopieren großer Dateien geht mit leicht über 800 MByte die Sekunde dennoch sehr viel schneller als bei der Portable SSD T5 mit knapp unter 400 MByte pro Sekunde und USB-Einschränkung.

Wer die volle Leistung ausreizen möchte, benötigt einen TB3-Anschluss mit vier PCIe-Gen3-Lanes und zusätzlich eine sehr schnelle NVMe-SSD. In vielen Ultrabooks etwa befindet sich eine XG4 von Toshiba, die mit 2,15 GByte die Sekunde lesend und 800 MByte pro Sekunde schreibend viel langsamer ist als die ebenfalls verbreiteten PM961 von Samsung. Die schafft immerhin 3,1 GByte die Sekunde lesend und 1,6 GByte pro Sekunde schreibend. Die neuere PM981 hingegen ist mit 3,2 GByte die Sekunde und 2,3 GByte pro Sekunde annähernd so schnell wie eine Samsung 970 Evo/Pro für Desktop-Systeme oder einige Notebooks von Herstellern wie Schenker.

Mit einer PM981 in einem Thinkpad X1 Carbon Gen6 (Test) können wir die Portable SSD X5 mit vier Lanes ansteuern und Kopiervorgänge sind mit 1,7 GByte die Sekunde extrem flott. Hintergrund ist, dass Samsung im Inneren eine M.2-2280-SSD mit aktuellem V-NAND v4 mit TLC samt Phoenix-Controller einsetzt, quasi eine OEM-Version der 970 Evo. Für Schreibzugriffe verwenden die Südkoreaner einen Pseudo-SLC-Puffer, aber erst mit großen Transfers von rund 45 GByte lässt der sich ausreizen. Bei langer Last hilft ein Kühler im Gehäuse.

Die Portable SSD X5 misst 119 x 62 x 20 mm bei 150 Gramm und soll auch Stürze überleben - zumindest wirkt das Gehäuse sehr robust. Die SSD funktioniert laut Samsung unter Mac OSX 10.12 und Windows 10, wir könnten sie aber auch unter Linux benutzen. Die Portable SSD Software wird mitgeliefert und dient der Hardware-Verschlüsselung. An einem USB-C-Port funktioniert das Drive wie erwartet nicht. Samsung verkauft die Portable SSD X5 mit 500 GByte für 420 Euro, mit 1 TByte für 730 Euro und mit 2 TByte für 1.440 Euro.

Ähnliche externe SSDs sind selten: Die kleine von Dell schreibt langsamer und hat weniger Maximalkapazität, gleiches gilt für das klobige Fusion TB3 PCIe Flash Drive von Sonnet. Mit gut 1.100 Euro für 1 TByte ist es noch teurer als die Samsung Portable SSD X5.  (ms)


© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/