Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/xperia-xz3-im-hands-on-sonys-top-smartphone-kommt-mit-oled-aber-ohne-dualkamera-1808-136209.html    Veröffentlicht: 30.08.2018 13:15    Kurz-URL: https://glm.io/136209

Xperia XZ3 im Hands on

Sonys Top-Smartphone kommt mit OLED, aber ohne Dualkamera

Sony hat die neue Generation seiner Smartphones vorgestellt: Das Xperia XZ3 kommt mit einem OLED-Display und cleveren Hilfsfunktionen, die im Alltag tatsächlich helfen können. Bei der Kamera setzt der Hersteller wieder auf ein einzelnes Objektiv - die Dualkamera des Xperia XZ2 Premium ist schlicht zu groß.

Mit dem Xperia XZ3 hat Sony auf der Ifa 2018 den Nachfolger des auf dem MWC 2018 vorgestellten Xperia XZ2 präsentiert. Das neue Modell setzt die mit dem Xperia XZ2 eingeführte Designsprache fort, ist aber das erste Sony-Smartphone mit einem OLED-Display. Wir konnten uns das Gerät im Vorfeld der Ifa bereits anschauen und einem ersten Kurztest unterziehen.

Das Xperia XZ3 hat ein 6 Zoll großes Display mit einer Auflösung von 2.880 x 1.440 Pixeln und einem 2:1-Format, das keine Einbuchtung am oberen Bildschirmrand hat. Mit einem Verhältnis von Bildschirm zu Frontoberfläche von 80 Prozent wirken die Ränder ober- und unterhalb des Displays nicht so klobig wie beim Xperia XZ2 Premium.

Aufgrund der verwendeten POLED-Technik wirken schwarze Flächen wie echtes Schwarz, die Farben sind nicht zu stark gesättigt. Ob es auch beim Xperia XZ3 zu dem von anderen POLED-Smartphones bekannten, etwas störenden Hintergrundmuster kommt, konnten wir in unserem Kurztest nicht überprüfen.

Dank Bravia-TV-Technologie sollen Videos auf dem Bildschirm in Farbe und Kontrast wie auf einem großen Fernseher wirken, einen aussagekräftigen Vergleich konnten wir allerdings nicht anstellen. Der Bildschirm unterstützt HDR, Nutzer können auf ihm auch ihre mit der Kamera des Smartphones aufgenommenen HDR-Videos anschauen.

Sony hat erstmals einen gewölbten Display-Rand verbaut, so wie es unter anderem Samsung mittlerweile bei seiner Galaxy-S- und Galaxy-Note-Serie macht. Das Display wölbt sich leicht in den Rahmen hinein, was wir optisch gesehen grundsätzlich eher störend finden, da es in diesen Bereichen zu Farbsäumen durch die unterschiedliche Lichtbrechung kommt. Bei Sony haben diese Ränder aber, anders als bei Samsung, immerhin eine echte Funktion: Tippen wir mit dem Finger doppelt auf den kleinen, seitlichen Abschnitt, öffnet sich das neue Side-Sense-Menü.

Dieses App-Menü zeigt je nach Ort und Zeit verschiedene Apps an - also nicht nur die zuletzt benutzten. Sony gibt als Beispiel an, dass uns bei der Fahrt zur Arbeit Youtube vorgeschlagen werden kann, oder beim Besuch eines Cafés der Hinweis angezeigt wird, das WLAN einzuschalten. Die Funktion soll im Laufe der Zeit dazulernen, weswegen wir sie in unserem Kurztest auch noch nicht abschließend bewerten können. Generell finden wir es aber durchaus praktisch, Apps auf diese Weise schnell mit dem Daumen erreichen zu können.

Kamera startet beim Anheben des Smartphones

Die unterstützenden Funktionen beschränken sich beim Xperia XZ3 nicht nur auf das Side-Sense-Menü: Heben wir das Smartphone an oder ziehen wir es aus der Hosentasche und halten es quer, erscheint automatisch eine kreisrunde Vorschau des Kamerasucherbildes in der Mitte des Sperrbildschirms. Das Smartphone erkennt anhand unserer Bewegung, dass wir ein Foto machen wollen. Wollen wir das dann auch tatsächlich, müssen wir nur in die Mitte des Vorschaukreises tippen, und die Kamera öffnet sich.

Das funktioniert in der Praxis sehr gut: Egal, aus welcher Position wir das Smartphone anheben und quer halten, die Vorschau startet zuverlässig. Diese Funktion kann im Alltag tatsächlich praktisch sein, wir finden sie zudem intuitiver als einen Doppelklick auf eine Taste, wie es andere Hersteller anbieten.

Als Kamera kommt das 19-Megapixel-Modul des Xperia XZ2 zum Einsatz. Sonys neue Dualkamera aus dem Xperia XZ2 Premium hat der japanische Hersteller bei seinem jüngsten Smartphone nicht verbaut. Der Grund ist einfach: Das Dualkamerabauteil ist schlicht zu groß für das Xperia XZ3. Entsprechend müssen Käufer mit einem einzelnen Objektiv vorliebnehmen. Die Bildqualität können wir in unserem Kurztest nicht abschließend bewerten, dazu ist ein ausführlicher Test notwendig.

Die Kamera-App hat Sony überarbeitet, sie ist jetzt übersichtlicher. Praktisch finden wir beispielsweise, dass unsere letzte Modiauswahl als Schnellwahl am unteren linken Bildrand des Sucherfensters zu sehen ist. Wer häufig nur zwischen wenigen Modi umherschaltet, kann sich so den Weg über das Auswahlmenü sparen. Videos kann die Kamera in 4K aufnehmen, die Frontkamera hat 13 Megapixel und - wie die Hauptkamera - einen Porträtmodus mit künstlich erzeugter Hintergrundunschärfe.

Im Inneren des Xperia XZ3 arbeitet Qualcomms Snapdragon 845, entsprechend gut dürften die Benchmarkwerte sein - überprüfen konnten wir das in unserem ersten kurzen Test noch nicht. Der eingebaute Flash-Speicher ist 64 GByte groß, der Arbeitsspeicher 4 GByte. 64 GByte halten wir trotz eines vorhandenen Steckplatzes für eine Micro-SD-Karte für ein Oberklasse-Smartphone für zu wenig, insbesondere bei einem Sony-Gerät, das sich mit seinen Audio-Wiedergabeleistungen brüstet. 64 GByte ist für eine halbwegs verlustfrei abgespeicherte Medienbibliothek natürlich viel zu wenig.

Kein Schnellladegerät beigelegt

Das Xperia XZ3 unterstützt Cat18-LTE und WLAN nach 802.11ac. Der nicht ohne weiteres wechselbare Akku hat eine Nennladung von 3.300 mAh und lässt sich dank Quickcharge 4.0 schnellladen. Ein passendes Ladegerät legt Sony aber leider wieder nicht bei. Das Smartphone kann auch drahtlos über eine Qi-Ladestation aufgeladen werden.

Kein Klinkenanschluss für Kopfhörer

Einen Klinkenanschluss für Kopfhörer hat das Smartphone nicht, ein USB-C-Adapter liegt aber bei. Sony betont auch beim Xperia XZ3 die Audiowiedergabefunktionen wie Hi-Res Audio, LDAC und Clearaudio+. Zudem hat Sony sein Dynamic Vibration System eingebaut, das akustische Signale in haptisches Feedback umwandelt. Beim Xperia XZ2 und Xperia XZ2 Premium empfanden wir dies allerdings eher als störend.

Das Xperia XZ3 ist nach IP68 vor Wasser und Staub geschützt. Es wird als eines der ersten Geräte mit Android 9 ausgeliefert, Googles Anfang August 2018 vorgestellter neuer Android-Version. Das ist löblich, vielleicht schafft es Sony ja auch, seinen bisherigen Geräten schneller als bisher das Upgrade zu verpassen.

Fazit

Unser erster Eindruck vom Xperia XZ3 ist insgesamt gut. Sony hat endlich einen OLED-Bildschirm verbaut, aufgrund der abgerundeten Ränder wurde jedoch auf die POLED-Technik zurückgegriffen. Bei anderen Smartphones empfanden wir diese nicht immer als störungsfrei.

Die abgerundeten Display-Ränder ermöglichen das neue, mitdenkende Seitenmenü Side Sense. Sollten die Vorschläge sinnvoll sein, könnte dieses Side-Sense-Menü dem Nutzer durchaus den Alltag erleichtern.

Clever finden wir auch die neue Kameravorschaufunktion, für die wir das Smartphone nur anheben müssen. Dass Sony wieder auf altbekannte Hardware bei der Kamera zurückgegriffen hat, klingt zunächst etwas enttäuschend - angesichts der Ergebnisse, die wir mit der neuen Dualkamera beim Xperia XZ2 Premium erhalten haben, ist der Verzicht darauf aber verschmerzbar.

Das Xperia XZ3 soll ab Oktober 2018 verfügbar sein und 800 Euro kosten - damit hat das Smartphone einen geringeren Einstiegsspreis, als ihn beispielsweise das Galaxy S9 oder das LG G7 Thinq hatten. Sony zufolge sollen Vorbesteller des Gerätes das neue Call of Duty: Black Ops 4 erhalten, inklusive Betazugang.  (tk)


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