Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/sekiro-angespielt-samurai-auf-hoechster-schwierigkeitsstufe-1808-136167.html    Veröffentlicht: 24.08.2018 08:22    Kurz-URL: https://glm.io/136167

Sekiro angespielt

Samurai auf höchster Schwierigkeitsstufe

Auch das nächste Werk von From Software (Dark Souls, Bloodborne) ist nichts für Casualgamer: In Sekiro - Shadows Die Twice müssen sich Spieler als einarmige Samurai echten Herausforderungen stellen.

Eine verlassene Brücke und rosafarbene Kirschbaumblätter, die im Wind wirbeln: Natürlich passiert hier gleich etwas, und es wird uns erstmal nicht gefallen. Ein paar vorsichtige Schritte, dann ist es auch schon so weit und ein zottelbärtiger japanischer Mönch springt in Zeitlupe vor unsere Nase. Leider ist der Herr ebenso schwer bewaffnet wie gepolstert, so dass uns offenbar ein harter Kampf bevorsteht.

Um die Sache kurz zu machen: Natürlich hat der Mönch uns auf der Gamescom 2018 beim Anspielen von Sekiro - Shadows Die Twice nach wenigen Augenblicken ins Jenseits befördert. Und es hat uns auch nichts gebracht, dass wir in dem Actionspiel von From Software über die Gabe der Wiederauferstehung verfügen (daher der Untertitel). Der Respawn klappt nämlich nur einmal in Folge.

Danach müssen wir erst selbst einen Gegner ins Jenseits befördern, um uns neu beleben zu können - und das schaffen wir beim Bossgegner Mönch schlicht nicht. Wir haben uns das lange und herausfordernde Gefecht anschließend von einem der Entwickler zeigen lassen, der es fast auf Anhieb geschafft hat. Dabei hat er uns übrigens erzählt, dass die Sache mit der Wiederbelebung noch nicht ganz final gestaltet ist, sondern weiter daran gearbeitet wird.

Der fast traumhaft inszenierte Kampf und der hohe Schwierigkeitsgrad sind typisch für From Software - viele Elemente von Sekiro erinnern an Demon Souls, Dark Souls und Bloodborne. Der offensichtlichste Unterschied ist das andere Szenario: Sekiro spielt zwar ebenfalls in einer verwitterten Welt, die basiert aber auf dem Sengoku-Japan aus dem späten 16. Jahrhundert. Ältere Spieler wird das an die Tenchu-Reihe erinnern, an der From Software mitgearbeitet hatte.

Ein weiterer großer Unterschied zu Dark Souls: Die Hauptfigur verfügt über eine Art Enterhaken, mit der wir uns auf Dächer oder Vorsprünge ziehen können. Das klappt nur an klar definierten Stellen, die durch einen grauen Kreis markiert werden. Der färbt sich grün, wenn wir nahe genug sind, um die Funktion zu verwenden. Dann schießt auf Knopfdruck ein Haken mit Seil aus unserem Arm, und wir werden mit einem schicken Schwung an den Zielort befördert.

Kampfsystem für echte Meister

Wir haben diese Möglichkeit ein paarmal gewählt, um Gefechten aus dem Weg zu gehen. Das klappt und ist auch so gedacht, aber erstens bringt uns das in einem Kampf wie gegen den Mönch nicht viel. Und zweitens laufen wir beim Ausweichen unter Umständen anderen Gegnern in die Hände. An einer Stelle konnten wir einem Duell mit einem etwas kräftigeren General ausweichen, mussten dafür aber gegen eine Wache mit Schild kämpfen, was im Grunde fast genauso schwierig war.

Das Kampfsystem wirkt auf den ersten Blick einfach: Ziel aufschalten und zuschlagen oder Angriffe blocken. Natürlich lernen wir dann sehr schnell immer mehr Feinheiten. Wir müssen zur Seite ausweichen, Konter üben und dem Gegner in den Rücken fallen können. Eine nette, aber risikoreiche Besonderheit in Sekiro ist die Option, sich auf die Waffe des Gegners zu stellen und so eine Attacke zu unterbinden - bei dem Mönch mit seinem langen Spieß klappt das.

In den meisten Gefechten der spielbaren Version konnten wir mit diesen paar Manövern ganz gut gegen Standardfeinde bestehen. Dazu kommt, dass wir uns in dem Abschnitt teils im hohen Gras verstecken und zumindest einige Opponenten aus dem Hinterhalt abmurksen konnten.

Wir waren übrigens in einem Schloss unterwegs, dem Ashina Castle, das aus ein paar halb verfallenen Schuppen und einigen eher matschigen Erdflächen bestand. Die Gebäude sind zwischen und vor allem auf Felsen errichtet, so dass es auch ein paar Stellen zum Klettern gab. Einige davon konnten wir nur dank des Enterhakens überwinden. Im Gespräch mit den Entwicklern haben wir erfahren, dass die Welt von Sekiro zwar ganz anders aussieht als etwa ein Bloodborne, aber ähnlich komplex in sich selbst verwinkelt und verwoben sein soll.

Von der Handlung haben wir beim Anspielen so gut wie nichts mitbekommen. Es geht irgendwie darum, dass wir mit unserem Protagonisten unseren Herrn, einen jungen Adligen, aus den Klauen seiner Erzfeinde retten. Im Verlauf der Ereignisse haben wir einem Arm verloren und sind mit einer Prothese aus der Ohnmacht erwacht, die neben dem Enterhaken noch ein paar weitere Überraschungen enthält. Die Story soll durch Briefe, dezente Hinweise in der Welt, belauschbare Gespräche von Gegnern und ähnliche Fragmente erzählt werden - aber nicht ganz so schwierig zu entschlüsseln sein wie zuletzt etwa Demon Souls 3.

Sekiro - Shadows Die Twice soll nach aktueller Planung von Publisher Activision am 22. März 2019 für Windows-PC, Xbox One und Playstation 4 erscheinen.  (ps)


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