Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/kostenfalle-roaming-auf-see-telefonica-kunden-besonders-haeufig-gefaehrdet-1808-136023.html    Veröffentlicht: 15.08.2018 17:40    Kurz-URL: https://glm.io/136023

Kostenfalle Roaming auf See

Telefónica-Kunden besonders häufig gefährdet

Auf Kreuzfahrtschiffen ist ein Mobilfunknetz verfügbar, das aber über Satellitentechnik ermöglicht wird. Nach ein paar Youtube-Videos können über 11.000 Euro auf der Mobilfunkrechnung stehen.

Eine Analyse von Beschwerden im Frühwarnnetzwerk der Verbraucherzentralen zeigt, dass besonders häufig Kunden im Telefónica-Netz in Gefahr sind, erhöhte Rechnungen durch Roaming auf See zu erhalten. Das gab die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein am 15. August 2018 bekannt. "Einerseits beinhaltet die Informations-SMS von Telefónica keine Warnhinweise bezüglich der genauen Kosten, die entstehen können. Andererseits gibt es auch keine automatische Kostenbegrenzung von etwa 60 Euro", sagte Per Prins, Telekommunikationsexperte der Verbraucherzentrale. "Uns liegt ein konkreter Fall vor, in dem ein Verbraucher über 11.000 Euro zahlen sollte".

Kunden des Netzbetreibers erhalten an Bord den SMS-Text: "Willkommen an Bord! Bitte beachten Sie: Bei Gesprächen, SMS und Datennutzung in Flugzeugen und auf See entstehen abweichende Kosten zu Ihrer aktuellen Roaming-Option. Die Abrechnung unterliegt keiner automatischen Kostenbegrenzungsfunktion."

Meistens ist an Bord von Kreuzfahrtschiffen ein Mobilfunknetz verfügbar, das aber über Satellitentechnik ermöglicht wird. Die Schiffe werden mit GSM-Basisstationen ausgestattet, über Satellit sind diese mit der terrestrischen Basisstation eines Mobilfunkanbieters verbunden. Je nach Roaming-Abkommen des eigenen Netzbetreibers mit dem jeweiligen Schiffsnetz-Satellitennetzbetreiber gelten unterschiedliche Preise. Ein MByte kann bis zu 30 Euro kosten.

"Unserer Auffassung nach sind die Kunden mit dieser Information nicht ausreichend auf die genauen Kosten hingewiesen worden", erklärt Prins. Die anderen Anbieter bieten ihren Kunden nach derzeitigem Kenntnisstand hingegen eine Informations-SMS mit exakter Preisangabe sowie einen Kostenairbag an. Es stelle sich die Frage, warum die Telefónica seine Kunden also nicht besser vor derartigen Kosten schützte, wenn andere Anbieter dazu in der Lage seien.  (asa)


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