Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/raumfahrt-hat-new-horizons-das-ende-des-sonnensystems-fotografiert-1808-135971.html    Veröffentlicht: 13.08.2018 10:57    Kurz-URL: https://glm.io/135971

Raumfahrt

Hat New Horizons das Ende des Sonnensystems fotografiert?

Die beide Voyager-Sonden sind schon hindurch, New Horizons ist noch auf dem Weg dorthin: zur Grenze unseres Sonnensystems. Ein ultraviolettes Leuchten, das ein Instrument von New Horizons aufgenommen hat, könnte von dieser Grenze stammen.

Hat New Horizons das Ende des Sonnensystems fotografiert? Auf einer Aufnahme der Raumsonde ist ein ultraviolettes Leuchten zu sehen. Es könnte von der Wasserstoffwand stammen, die die Grenze des Sonnensystems bildet.

Die Sonne emittiert ständig geladene Teilchen, den Sonnenwind. Dieser Teilchenstrom und sein Magnetfeld erzeugt eine blasenförmige Struktur, die Heliosphäre. Der Sonnenwind verhindert, dass der Teilchenstrom aus dem Weltall in die Heliosphäre hineinkommt.

Allerdings wird der Sonnenwind mit zunehmender Entfernung von der Sonne schwächer, er kann den Strom interstellarer Teilchen nicht mehr stoppen. Dort gibt es eine Grenze, auf deren Außenseite - also in der Richtung, in der sich die Sonne durchs All bewegt - sich die interstellare Materie, einschließlich Wasserstoff, staut. Kollidieren die Wasserstoffatome mit geladenen Partikeln aus dem Sonnenwind, emittieren sie ultraviolettes Licht.

Das ultraviolette Licht, das New Horizons aufgenommen hat, könnte von dieser Wasserstoffwand stammen, berichten Forscher in der Fachzeitschrift Geophysical Research Letters. Es wurde schon Anfang der 1990er Jahre beobachtet, von den beiden 1977 gestarteten Voyager-Sonden.

Die Wissenschaftler sind jedoch vorsichtig: Das ultraviolette Licht könne ebensogut aus einer anderen Quelle in den Tiefen der Galaxis stammen. New Horizons soll jedoch zwei Mal im Jahr mit dem Instrument Alice den Himmel nach diesem Signal absuchen. Nehme das ultraviolette Licht mit der Zeit ab, dann habe die Sonde die Wasserstoffwand passiert und danach in ihrem Rückspiegel. Bleibe das Signal aber bestehen, dann sei seine Quelle vor der Sonde und damit mutmaßlich irgendwo im Weltraum, sagt Wayne Pryor, einer der Autoren des Aufsatzes, dem US-Wissenschaftsmagazin Science News.

New Horizons war im Januar 2006 gestartet. Im Juli 2015 passierte die Sonde den Pluto und ist jetzt auf dem Weg zum Asteroiden 2014 MU69, auch Ultima Thule, genannt. Dort wird sie voraussichtlich am 1. Januar 2019 ankommen.  (wp)


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