Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/cadmium-noch-mehr-schwermetalle-beim-streetscooter-gefunden-1808-135954.html    Veröffentlicht: 11.08.2018 14:20    Kurz-URL: https://glm.io/135954

Cadmium

Noch mehr Schwermetalle beim Streetscooter gefunden

Der Elektrotransporter der Deutschen Post kommt nicht aus den Negativschlagzeilen. Nun wurde angeblich auch Cadmium im Streetscooter entdeckt - in einem Ladeteil des Fahrzeugs. Vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass im Lenkgetriebe ein zu hoher Anteil an Blei vorhanden ist.

Das Vorzeigeprodukt Streetscooter der Deutschen Post bekommt Schrammen. Nach Informationen des Spiegels wurde in einem Hochvoltladegerät des Fahrzeugs Cadmium entdeckt. Zuvor wurde bekannt, dass in einem Bauteil ein zu hoher Bleianteil vorhanden ist - zumindest, wenn es sich um ein Großserienfahrzeug handeln würde. Das ist beim Streetscooter durch einen Kniff allerdings nicht der Fall. Der seit 2014 lieferbare Streetscooter wurde zunächst in zwei Kleinserien mit jeweils 1.000 Fahrzeugen zugelassen. Danach sollte dem Bericht zufolge eine Großserie zugelassen werden, doch das Fahrzeug lag über den Grenzwerten. Um dennoch lieferfähig zu sein, soll sich der Hersteller angeblich bei Zulassungsstellen der Bundesländer sogenannte Einzelabnahmen holen.

Beim Cadmiumanteil im Ladegerät scheint es ebenfalls möglich zu sein, durch die Einzelabnahme zu kommen, schreibt der Spiegel. Eine normale Typgenehmigung des Streetscooters sei aber so nicht möglich.

Die Blei- und Cadmiumbelastung spielt für den Nutzer des Fahrzeugs oder andere Verkehrsteilnehmer im täglichen Betrieb keine Rolle. Es geht vielmehr darum, was mit den Fahrzeugmaterialien passiert, wenn sie einmal verschrottet werden.

Nach Informationen der Bild-Zeitung soll Ende 2018 für eine Großserienzulassung des Streetscooters ein neuer Anlauf beim Kraftfahrzeugbundesamt gestartet werden. Dazu müssen offenbar abgeänderte Bauteile verwendet werden. Ob dies auch für das Hochvoltladegerät gilt, ist nicht bekannt.

Wie es mit dem Streetscooter generell weitergeht, ist ohnehin ungewiss. "Mindestens in den nächsten zwei Jahren setzen wir das fort", sagte Vorstandschef Frank Appel im Juni 2018 der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Auf Dauer wolle die Post jedoch kein Autohersteller sein. Möglich seien ein Börsengang, der Verkauf der Sparte oder Beteiligungen Dritter.  (ad)


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