Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/anti-tamper-spiele-mit-und-ohne-denuvo-im-vergleich-1808-135949.html    Veröffentlicht: 10.08.2018 17:30    Kurz-URL: https://glm.io/135949

Anti-Tamper

Spiele mit und ohne Denuvo im Vergleich

Das Actionspiel Hitman läuft mit und ohne Denuvo gleich schnell, bei Mass Effect Andromeda gibt es spürbare Unterschiede: Ein Streamer hat die Bildraten von Games mit und ohne die Anti-Tamper-Software verglichen.

Schon länger diskutieren PC-Spieler die Auswirkungen von Denuvo auf das Laufzeitverhalten von Games, nun ist ein Streamer mit dem Pseudonym Overlord der Sache auf den Grund gegangen. Er hat sieben Spiele im Video verglichen: einmal die Version mit der Anti-Tamper-Software, und einmal die Version ohne. Das war möglich, weil Denuvo von den Entwicklern per Patch entfernt wurde, nachdem Cracker das Schutzsystem ausgehebelt hatten.

Die Ergebnisse von Overlord sind sehr unterschiedlich: Bei Hitman, Sniper Ghost Warrior 3, Agents of Mayhem und Abzu gab es nur sehr kleine oder gar keine Unterschiede zwischen den Versionen mit und ohne Denuvo. Anders sieht es bei Mad Max, Sherlock Holmes The Devil's Daughter und vor allem bei Mass Effect Andromeda aus: Diese Titel liefen nach dem Entfernen von Denuvo etwas schneller. Bei Mad Max stieg etwa die durchschnittliche gemessene Bildrate von 72 auf 79 fps. Mit Abstand am größten waren die Unterschiede bei Mass Effect: An den getesteten Stellen stieg die niedrigste Bildrate von 46 fps auf 67 fps.

<#youtube id="1VpWKwIjwLk"> So interessant die Ergebnisse sind: Es ist nicht endgültig klar, ob die von Overlord gemessenen höheren Bildraten tatsächlich allein durch das Entfernen von Denuvo zustande kommen. Denkbar ist auch, dass weitere Codeoptimierungen durch die Spielentwickler oder neuere Treiber ein Grund sind. Der große Unterschied etwa bei Mass Effect Andromeda ist allein dadurch aber kaum erklärbar.

Davon abgesehen ist auffällig, dass die Spiele, bei denen die Verwendung von Denuvo einen Unterschied macht, tendenziell eher eine schnelle CPU benötigen, die dann eben von dem Kopierschutzsystem zusätzlich belastet wird - Denuvo benötigt nach aktuellem Wissensstand so gut wie keine Ressourcen von der GPU. Overlord hat seine Messungen auf einem Rechner mit Core i7 2600K und einer Geforce GTX 1080 Ti durchgeführt.

Wenn sich ein Publisher oder Entwickler für die Software entscheidet, muss er zwei bis drei Monate vor der Veröffentlichung eine Betaversion zum Unternehmen Denuvo schicken. Dort spielt ein Mitarbeiter das Spiel und lässt einen Performancemonitor mitlaufen, um herauszufinden, an welchen Stellen die Anti-Tamper-Software aufsetzen kann, um Laufzeitprobleme zu verhindern. "Typische Stellen sind der Startbildschirm oder ein Ladescreen", sagte Denuvo-Chef Reinhard Blaukovitsch im November 2016 im Gespräch mit Golem.de.  (ps)


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