Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/tokio-2020-teilnehmer-authentifizieren-sich-per-gesichtserkennung-1808-135921.html    Veröffentlicht: 09.08.2018 13:08    Kurz-URL: https://glm.io/135921

Tokio 2020

Teilnehmer authentifizieren sich per Gesichtserkennung

Effizient und schnell sollen die Zugangskontrollen bei den Sommerspielen in Tokio in zwei Jahren sein. Die Veranstalter setzen auf ein biometrisches System von NEC: Teilnehmer - Athleten ebenso wie Mitarbeiter und Journalisten - müssen ihr Gesicht scannen lassen.

Bitte recht freundlich: Bei den Olympischen und Paralympischen Sommerspielen in Tokio im Jahr 2020 sollen sich Athleten, Mitarbeiter, Helfer und Journalisten per Gesichtserkennung authentifizieren. Das soll die Abfertigung beschleunigen und Wartezeiten verkürzen.

Wer sich für die Spiele akkreditieren will, muss ein Foto von sich abliefern, das auf einem Chip auf dem Ausweis gespeichert wird. An den Sportstätten stehen Kontrollpunkte mit Kamera und Lesegerät. Der Inhaber schaut in die Kamera und hält seinen Ausweis vor das Lesegerät. Den Abgleich des Gesichts vor der Kamera mit dem auf dem Chip gespeicherten übernimmt das System Neoface des japanischen Unternehmens NEC

Das soll die Wartezeiten an den Zugängen zu den Sportstätten verkürzen. An einem Kontrollpunkt mit Gesichtserkennung dauere die Authentifizierung nur halb so lange wie an einem herkömmlichen, sagte Tsuyoshi Iwashita, Sicherheitschef der Spiele. Die Sportstätten befinden sich nicht auf einem zusammenhängenden Gelände, sondern über die ganze Stadt verteilt, so dass Mitarbeiter oder Journalisten sich unter Umständen mehrmals am Tag authentifizieren müssen.

Die Wartezeiten sollen so kurz wie möglich gehalten werden. Die Spiele finden im Hochsommer statt. Die Veranstalter befürchten, dass es bei langen Wartezeiten in der Hitze zu gesundheitlichen Problemen kommen könnte, etwa dass Menschen einen Hitzschlag bekommen.

Bei einem Test, den US-Wissenschaftler 2013 durchführten, erwies sich Neoface als sehr leistungsfähig, aber nicht unfehlbar. Für den Einsatz in der Strafverfolgung sei es nicht uneingeschränkt zu empfehlen, resümierten die beiden Forscher damals.

In Großbritannien haben die Metropolitan Police in London sowie die South Wales Police das System bei Großveranstaltungen getestet - mit sehr schlechten Ergebnissen, wie die Bürgerrechtsorganisation Big Brother Watch monierte: Über 90 Prozent der Treffer seien falscher Alarm, die vom System erkannten Personen keine gesuchten Kriminellen gewesen. Big Brother Watch fordert deshalb, die automatisierte Gesichtserkennung wieder abzuschaffen

Bei guten Bedingungen, wie sie bei der Zugangskontrolle normalerweise herrschen - also gute Lichtverhältnisse, der Proband ist kooperativ und schaut direkt in die Kamera -, haben solche Systeme eine Trefferquote von deutlich über 99 Prozent.  (wp)


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