Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/bundesnetzagentur-keine-regulierung-fuer-glasfaserausbau-von-ewe-und-telekom-1808-135905.html    Veröffentlicht: 08.08.2018 17:05    Kurz-URL: https://glm.io/135905

Bundesnetzagentur

Keine Regulierung für Glasfaserausbau von EWE und Telekom

EWE und Telekom kommen mit ihrem Zwei-Milliarden-Euro-Projekt für FTTH voran. Die Bundesnetzagentur lässt sie eine Million Privathaushalte direkt an Glasfaser anschließen, ohne die Zugangspreise für Konkurrenten zu regulieren.

Das gemeinsame Glasfaserunternehmen von EWE und Deutscher Telekom unterliegt nicht der Regulierung für TAL oder Bitstrom. Diese Entscheidung der Beschlusskammer 3 hat die Bundesnetzagentur in ihrem aktuellen Amtsblatt 14/2018 veröffentlicht. Die Konkurrenten 1&1 und Vodafone hatten eine Öffnung der Glasfasernetze gefordert und wollten einen Zugang zu regulierten Preisen durchsetzen.

Das Joint Venture solle kein Rechtsnachfolger der Telekom sein, hieß es zur Begründung. Es sei nicht als Unternehmen "mit beträchtlicher Marktmacht" identifiziert. Gegen die Entscheidung der Beschlusskammer können die Firmen beim Verwaltungsgericht Köln klagen.

Die Kooperation muss jedoch noch vom Bundeskartellamt genehmigt werden. Telekom-Sprecher Andreas Middel sagte Golem.de auf Anfrage: "Da sitzen wir an der Vorbereitung der Anmeldung. Dass das nicht der bisherigen Regulierung unterliegt, ist schon einmal sehr erfreulich. Wir suchen Kooperation, keiner kann den Glasfaserausbau allein stemmen."

Billigpreise im teuren FTTH-Netz?

Eine andere Entscheidung hätte bedeutet, dass Firmen, die Glasfaser ausbauen, ihr Netz dann Konkurrenten zu Preisen wie im Kupfernetz bereitstellen müssten. Das Gemeinschaftsunternehmen will Konkurrenten jedoch die Mitnutzung der Anschlüsse zu "kommerziellen Bedingungen" ermöglichen.

Die Telekom und EWE planen, über eine Million Privathaushalte direkt an Glasfaser anzuschließen. Das gaben die Partner im Dezember 2017 bekannt. Die Netzbetreiber wollen in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bremen zusammenarbeiten und in den nächsten zehn Jahren vor allem in ländlichen Gebieten ausbauen. EWE plante schon seit Dezember 2016, in den kommenden zehn Jahren über eine Milliarde Euro in den Glasfaserausbau zu investieren und über eine Million Haushalte im Nordwesten direkt mit einem Glasfaserhausanschluss auszustatten. Ewe-Sprecher Mathias Radowski sagte Golem.de im Dezember 2017: "Das geplante Gemeinschaftsunternehmen wird den FTTH-Ausbau übernehmen. Bis zum Start des Unternehmens werde EWE den FTTH-Ausbau normal weiterführen." Danach übernehme das Gemeinschaftsunternehmen den FTTH-Ausbau für Privatkunden komplett.  (asa)


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