Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/drive-by-wire-schaeffler-kauft-lenktechnik-fuer-autonomes-fahren-1808-135868.html    Veröffentlicht: 07.08.2018 07:46    Kurz-URL: https://glm.io/135868

Drive-by-wire

Schaeffler kauft Lenktechnik für autonomes Fahren

Autozulieferer Schaeffler hat vom Mittelständler Paravan dessen Drive-by-wire-Technik gekauft. Damit kann die Steuerung eines Fahrzeuges vollständig elektronisch erfolgen. Die Technik ist für Behindertenfahrzeuge entwickelt worden, ist aber auch für autonome Fahrzeuge wichtig.

Der Autozulieferer Schaeffler hat sich nach eigener Einschätzung durch den Kauf der sogenannten Drive-by-wire-Technik des Unternehmens Paravan beim autonomen Fahren einen Wettbewerbsvorteil verschafft. Die Technik, die Paravan für Behindertenfahrzeuge entwickelte, soll neben der Fahr- und Bremsbetätigung die Spurführung des Fahrzeugs zuverlässig und rein über elektronische Stellsignale ermöglichen. Das Lenkrad und die mechanische Verbindung der Lenksäule können entfallen.

"Die ganze Sache wird uns um Jahre beschleunigen, das steht außer Frage", sagte Schaeffler-Automotive-Vorstand Matthias Zink dem Handelsblatt. Die Technik müsse nicht mehr selbst entwickelt werden.

Paravan habe seine Technik über Jahrzehnte erprobt und weiterentwickelt. "Dazu kommen die globalen Straßenzulassungen, die ganze Technik ist wirklich betriebssicher." Die Entwicklungen sollen nun weiter vorangetrieben und für die industrielle Großserienfertigung vorbereitet werden. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Interessant wird die Technik für den Schaeffler Mover sein. Das Fahrzeug ohne Lenkrad ist mit einem Radnabenantrieb und 90-Grad-Lenkung ausgerüstet und bietet sich als Plattform für unterschiedliche Fahrzeugkonzepte wie Robotaxis oder autonome Transportfahrzeuge an. Die Lenkung des Radmoduls ist als elektromechanisches Steer-by-wire-System ausgeführt. Die gewählte Form der Radaufhängung ermöglicht einen Radeinschlag von bis zu 90 Grad. So lässt sich das Fahrzeug in engen Gassen manövrieren und seitlich in kurze Parklücken einscheren, um Fahrgäste ein- und aussteigen zu lassen. Der Wendekreis von weniger als fünf Metern macht das Fahrzeug im Stadtverkehr beweglich. Auch ein Wenden auf der Stelle ist möglich.  (ad)


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