Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/indiegames-rundschau-spezial-unabhaengige-riesen-und-ritter-fuer-nintendo-switch-1808-135857.html    Veröffentlicht: 08.08.2018 09:06    Kurz-URL: https://glm.io/135857

Indiegames-Rundschau Spezial

Unabhängige Riesen und Ritter für Nintendo Switch

Nintendos Switch hat nicht nur für Freunde von Super Mario und Zelda etwas zu bieten: Auf der Hybridkonsole gibt es auch tolle Indiegames wie Dead Cell, Jotun und The Banner Saga. Golem.de stellt zehn besonders gelungene Games vor.

Die Switch von Nintendo schickt sich auf sehr spezielle Weise an, zur Nachfolgerin der Playstation Vita zu werden. Das Handheld von Sony war vor allem unter Freunden von Indiegames zeitweise heiß begehrt. Grund: die Verbindung von Tragbarkeit und jenen kleinen, oft an die Historie der Games angelehnten Spielkonzepten, wie sie für Indie oft typisch sind.

Nach Jahren des eher zögerlichen Umarmens unabhängiger Entwickler hat Nintendo nun mit der Switch dieses Erbe angetreten. Mit unabhängig produzierten Bestsellern wie Stardew Valley, Minecraft und Rocket League hat man schon längst eine lukrative Basis. Derzeit kommen aber fast täglich neue Portierungen großer Indie-Klassiker von anderen Plattformen im Eshop dazu. Golem.de hat zehn besonders spannende Switch-Indies ausgewählt, die sich auf dem kleinen Bildschirm zu neuer Größe aufschwingen.

Dead Cells: unverschämt gutes Ritterspiel

Unser erster Indie-Tipp für Switch ist soeben brandneu für Switch erschienen: Dead Cells (20 Euro), eine langfristig motivierende Mischung aus 2D-Plattform-Kämpfen, freischaltbaren Waffen und immer wieder zufallsgenerierten Levels macht auf der Switch von allen Plattformen fast am meisten Spaß. Als kopfloser Ritter springt und kämpft man sich wieder und wieder mit einer Vielzahl an Waffen und Zaubern durch eine bunte Fantasy-Burg, beim Tod geht's zurück an den Start, nur manche Unlocks sorgen für bleibenden Fortschritt. Ein unverschämt perfektes Actionspiel im Pixel-Look, mit riesiger Wiederspielbarkeit.

Jotun Valhalla Edition: Walküre auf Wanderschaft

Nicht erst seit God of War hat die nordische Mythologie wieder Saison: In Jotun (9 Euro) kämpft eine einsame Wikingerkriegerin gegen Monster, Riesen und Götter der skandinavischen Sagenwelt. Liebevoll gestaltete, von Hand gezeichnete Umgebungen laden zum Erforschen ein und sowohl viele kleine als auch (und vor allem) gewaltig riesige Bossgegner wollen besiegt werden, ehe der Weg nach Walhalla offensteht. Die Switch-Version verfügt über einen Boss-Rush-Modus, in dem die beeindruckenden Endgegner direkt nacheinander attackiert werden können. Jotun ist ein atmosphärisches Wikingerabenteuer, das perfekt zur Switch passt.

Hollow Knight, Inside, Death Road to Canada und Unexplored

Hollow Knight: atmosphärisches Metroidvania

Das umwerfend hübsche Hollow Knight (15 Euro) um einen kleinen Insektenritter fand auch auf Windows-PC und MacOS sein Publikum, doch auf der Switch blüht das Spiel zu absoluter Großartigkeit auf. Eine riesige, liebevoll gestaltete und frei erforschbare 2D-Spielwelt, herausfordernde Kämpfe, dazu eine mysteriöse Handlung und abwechslungsreiches Gameplay machen Hollow Knight zu einem Pflichttitel für Indie-Freunde auf der Switch. Ein Meisterwerk, das für viele Stunden begeistert - und das wie gemacht ist für diese Plattform.

Inside: atmosphärische Dystopie

Das dänische Studio Playdead setzt auf sein Kultdebüt Limbo (ebenfalls für Switch zu haben) mit einem verstörend-faszinierenden Indie-Meisterwerk noch eins drauf. In Inside (20 Euro) folgt der Spieler in der Gestalt eines kleinen Jungen einem langen Weg zu immer düsteren Geheimnissen. Das minimalistische Abenteuer überzeugt durch großartiges Artdesign, intuitive Steuerung und eine Geschichte, die lange im Gedächtnis bleibt.

Death Road to Canada: untoter Roadtrip

Was tun, wenn die Zombie-Apokalypse droht? Klar: ab nach Kanada! Das quirlige Action-Adventure Death Road to Canada (12 Euro), in dem eine Handvoll Überlebender durch ein jedes Mal aufs Neue zufallsgeneriertes Amerika geführt werden muss, unterhält durch absurde Situationskomik, schwarzen Humor und witzige freischaltbare Upgrades. Der Weg ist das Ziel - und der ist gepflastert mit Pixel-Leichen. Auf der Switch überzeugt der knuffige Zombie-Cartoon-Spaß vor allem durch perfekt umgesetztes Zweispieler-Local-Coop.

Unexplored - Unlocked Edition: auf Dungeon-Tour

Das Top-Down-Action-Rollenspiel Unexplored (13,50 Euro, ab 9. August 2018) hat schon auf Windows-PC durch seine clevere Levelgeneration für Freude und endlose Kerkerausflüge gesorgt. Auch auf der Switch macht das Rogue-lite eine gute Figur. Nicht nur, dass kein Abenteuer dem anderen gleicht, die ausgefeilte Zufallsgenerierung sorgt auch für abwechslungsreiche, besonders natürlich wirkende Umgebungen und so manche narrative Überraschung. Unexplored ist eine wahre Wunderkiste für neugierige Rollenspielfreunde, aber Vorsicht: Dank Permadeath ist das Programm eher für geübte Spieler geeignet.

Little Nightmares, West of Loathing, Shelter Generations und The Banner Saga

Little Nightmares Complete Edition: albtraumhaft schön

Das atmosphärische Action-Adventure des schwedischen Studios Tarsier ist dank der Beteiligung von Bandai Namco ein Hochglanz-Indie und sorgt auch auf der Switch für wohliges Gruseln. Als kleines Mädchen ist man in Little Nightmares (35 Euro) in einer albtraumhaften Welt auf der Flucht vor grotesk-unheimlichen Monstern und braucht sowohl Reflexe als auch Köpfchen, um sein Überleben zu sichern. Die Switch-Edition umfasst neben dem Hauptspiel die Downloaderweiterung sowie die Vorbesteller-Inhalte. Vorsicht: Little Nightmares ist durchaus unheimlich und kein Kinderspiel!

West of Loathing: lustiger Strichmännchen-Western

Es ist wirklich ein Jammer, dass Spieler, die sich angesichts des Krakelstils von West of Loathing (9 Euro) abwenden, dieses Rollenspiel verpassen. Schließlich ist das Programm eines der lustigsten Videospiele der jüngeren Vergangenheit. Kein Witz: Mehr Gags pro Minute, mehr mal bizarren, mal platten, mal hysterisch absurden Humor bekommt man nirgends geboten, und das verpackt in ein waschechtes, vollständiges Rollenspiel, das auch spielerisch zu gefallen weiß. Auf die inneren Werte kommt's eben an.

Shelter Generations: Ruf der Wildnis

Auf Windows-PC und MacOS hat die Shelter-Reihe des schwedischen Indie-Studios Might & Delight mit ihrem unnachahmlichen Grafikstil und originellen Konzept bei Tierfreunden bereits für Verzückung gesorgt, nun beziehen die Luchsfamilien des zweiten Teils auch auf der Switch ihren Bau. Als Luchs-Baby oder -Mama durchstreifen Spieler in Shelter Generations (20 Euro) eine offene Wildnis, gehen auf die Jagd oder verstecken sich vor Feinden. Die Switch-Version besteht aus dem offenen, eher entspannt spielbaren "Überlebenssimulator" Shelter 2 sowie dem kleinen Paws, das eher linearer Plattformer als offene Sandkiste ist. Ein gelungener Ausflug in die Wildnis - auch für Kinder ideal.

The Banner Saga: epische Wikingerabenteuer

Die von ehemaligen Bioware-Entwicklern gestaltete Rollenspieltrilogie The Banner Saga (20 bis 25 Euro) hat erst kürzlich mit Teil 3 ihren episch-düsteren Abschluss gefunden. Auf Switch lassen sich alle drei Teile dieser unnachahmlich atmosphärischen Saga über eine Götterdämmerung am besten am Stück inhalieren. Unnachahmlicher Zeichentrickstyle, großartiger Soundtrack und vor allem eine erwachsene, hintergründige Handlung samt schweren Entscheidungen machen das Rollenspiel mit rundenstrategischen Kämpfen zum Geheimtipp für Freunde anspruchsvoll erzählter Rollenspiele.  (rs)


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