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Threadripper 2990WX

AMDs 32-Kerner kostet weniger als Intels 18-Kerner

Mitte August 2018 wird AMD den Ryzen Threadripper 2990WX veröffentlichen: Der hat 32 statt 16 CPU-Kerne, passt aber weiterhin in den Sockel TR4. AMDs Chip ist für kleine Workstations gedacht und wird preislich aggressiv positioniert, womit Intel erneut in Zugzwang gerät.

AMD hat erste technische Details zu den Ryzen Threadripper v2 veröffentlicht: Das neue Topmodell heißt Threadripper 2990WX, es hat 32 CPU-Kerne und erscheint am 13. August 2018. In den kommenden Wochen folgen weitere Ableger mit 24 Cores, 16 Cores und 12 Cores - einen Octacore gibt es nicht mehr. Alle Prozessoren sind nach einem UEFI-Update zu aktuellen Sockel-TR4-Platinen kompatibel und nutzen vier Speicherkanäle.

Technische Basis der Threadripper v2 ist die Zen+ genannte Architektur, bekannt vom Ryzen 7 2700X (Test). Der 32-kernige Threadripper 2990WX besteht daher aus aktiven Octore-Chips auf einem Package, beim bisherigen Threadripper 1950X (Test) waren nur zwei der vier aktiv und es wurde die ältere Zen-Technik verwendet. Neu bei Zen+ ist das 12LP- statt das 14LPP-Verfahren, wodurch die Schaltungen höher takten. Überdies hat AMD den Turbo mit Blick auf weniger gut parallelisierte Anwendungen clever überarbeitet, die Caches beschleunigt und DDR4-2933-Speicher freigegeben.

Vorerst wollte sich der Hersteller zu tiefergehenden Informationen wie der Verschaltung der Speicherkanäle nicht äußern. Da jedes Die zwei Channels hat, muss AMD entweder einen Kanal pro Chip nutzen und oder bei zweien jeweils beide - wir vermuten Letzteres, da hier die Latenzen besser ausfallen und das bisherige Routing beibehalten wird. Die einzelnen Dies kommunizieren wie gehabt per Infinity Fabric, was per Speichertakt läuft. Generell sind vier Kanäle der große Unterschied zu den Epyc-CPUs für Single-Socket-Server, da Modelle wie der Epyc 7551P auf volle acht Channels zurückgreifen können.

Inwiefern der Threadripper 2990WX besser abschneidet als der Threadripper 1950X, hängt von der Software ab: Nur wenn diese sehr viele Kerne nutzt und vergleichsweise wenig bandbreitenlastig ist, fällt der Vorsprung groß aus. Wir haben den Chip bereits im Testlabor, daher sind Vorschläge für Anwendungen gerne willkommen. Preislich liegt er mit 1.800 US-Dollar leicht unter Intels Core i9-7980XE (Test) mit 18 Kernen, der offiziell 2.000 US-Dollar und etwa 1.900 Euro im regulären Onlinehandel kostet.

Offenlegung: Golem.de hat auf Einladung von AMD an der Präsentation in Maranello, Italien, teilgenommen. Die Reisekosten wurden zur Gänze von AMD übernommen. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben seitens Dritter.  (ms)


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